Die Löffelkollektion aus Eschenholz.

Papa Bouroullec

Die ACE-Edition lanciert eine Löffelkollektion von Gabriel Bouroullec – dem Vater von Ronan und Erwan. Ein Marketing-Gag? Auch. Aber ein guter.

Das Meiste, mit dem wir uns im Alltag umgeben, wurde schon lange erfunden und schon x-fach verbessert, Innovationen auf Produktebene sind heute schwierig zu realisieren,  und die Diskussion darüber, was denn nun zu den Aufgaben des Designers gehöre, wer sich überhaut Designer nennen dürfe und was Design eigentlich sei, wird mit Vehemenz geführt. Es geht dabei um Ausbildung und Selbstverständnis, um disziplinäre Abgrenzung und um Streben nach Relevanz. Der Diskurs ist wichtig. Aber bisweilen tut auch eine etwas entspanntere Sicht auf die Disziplin der Gestaltungen, ihre Grenzen, Inhalte und Ausführende gut. Etwa ein Sich-Bewusst-Machen, dass es, um die tausendste Variation eines Produktes, das beim besten Willen nicht neu erfunden werden kann, gerechtfertigt und begehrenswert zu machen, manchmal nichts mehr als eine gute Geschichte braucht.
Also: Das Produkt ist ein Holzlöffel und die Geschichte ist die über einen älteren Herrn mit einer Werkstatt, gewisser Fingerfertigkeit – und ja – dem richtigen Namen. Das geht so: Camille Blin, Emmanuel Mbessé und Arnault Weber, die Lausanner Gründer und Macher des Labels A C E, trafen an der Mailänder Möbelmesse Erwan Bouroullec. Dieser erzählte ihnen von seinem Vater Gabriel, dem frisch pensionierten Sozialarbeiter, von dessen Holzwerkstatt im Haus der Familie in der Bretagne und von dessen Obsession: Papa Bouroullec nämlich macht Löffel. Schon seit Jahren; aus jedem Stück Holz, das er findet. Keiner von Gabriels Löffel sieh aus wie der Vorhergehende, denn er schnitzt sie nach Grösse und Beschaffenheit des Ausgangsmaterials, der Bretter und Äste, der Treib- und Abfallhölzer also, und folgt dabei dem Wuchs und den Linien des Holzes. A C E fanden das spannend und trafen Gabriel Bouroullec im Pariser Atelier seiner Söhne. Dieser stimmte zu, eine Löffelkollektion aus Eschenholz, passend zu den anderen Stücken des Labels, zu fertigen. Nun ist die A C E-Edition, zu der Designer wie Adrien Rovero, Tomás Alonso und Michael Marriott beitragen, um einen Bouroullec reicher. Ein Marketing-Gag? Auch. Aber ein guter. 

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Kommentare

Pablo Mendrisio  04.12.2013 11:24
Wofür sind denn diese Löffel gedacht?
Rebekka Kiesewetter 04.12.2013 15:03
...wegen ihrer Grösse eignen sich die Löffel vor allem zum Servieren, sie sind aber auch als blosse 'Dekoobjekte' schön...
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Ich kann das Bild nicht lesen