Ein Körper, ein Kopf, zwei Kugeln und ein Gummiband. Fotos: Rasmus Norlander

Nichts mit Augen

Zwei Kugeln, ein geschlitzter Einschnitt, Kerben und ein dunkelrotes Gummiband, das die Teile am Platz hält. Moritz Schmid hat für Atelier Pfister figürliche Wesen aus teils altrosa, pastelltürkis oder kiselgrau gespritztem Ahorn entworfen. Büffel oder Schildkröte? Liegendes oder stehendes Tier? Bei der Holzfigur ‹Iselt› werden Federn zu Zähnen und Haare zum Bart.

‹Iselt› ist ein Exot unter den Tischen, Leuchten und Regalen der Atelier-Pfister-Kollektion. Ist es ein Büffel, eine Schildkröte? Designer Moritz Schmid hat Wesen entworfen, denen sich auf den ersten Blick keine genaue Gestalt zuordnen lässt. Ein figürliches Sammelobjekt zu entwerfen, war seine Aufgabe. «Ich wollte etwas Abstraktes schaffen, mit dem sich der Betrachter auseinandersetzen muss – nichts mit Augen», sagt er. Als Ausgangslage diente ihm ein Quader, dessen eine Ecke er abgerundet hat, um ihm zusätzlich Charakter zu verleihen.Es sind sehr einfache und feine Details, die den Charakter der jeweiligen Figur bestimmen. Es sind dieselben Details, die es auch für die Konstruktion und den Zusammenhalt der Elemente braucht: zwei Kugeln, ein geschlitzter Einschnitt, Kerben, die an das Handwerk des Schnitzers erinnern, und ein dunkelrotes Gummiband, das die Elemente an ihrem Platz hält. Die Kugel passt in eine runde Aussparung und wird zum Kugelgelenk, sodass sich der Kopf auch leicht schief positionieren lässt. Schön ist auch die von Moritz Schmid gestaltete Verpackung aus braunem Wellkarton, in der die Einzelteile als Bausatz präsentiert liegen: «Damit will ich den Käufer mit seiner Aufgabe konfrontieren», sagt der Designer. Einmal zusammengebaut lassen sich die Tiere stehend oder liegend positionieren, es gibt kein Oben und Unten, Federn werden zu Zähnen und Haare zu einem Bart – je nach Phantasie. Es gibt drei Figuren in unterschiedlichen Höhen und Farben: altrosa, pastelltürkis und kieselgrau, auf einer Seite sind alle in gedecktem Weiss gespritzt.Die Objekte werden aus Ahorn CNC-gefräst. Das helle, harte Holz wird nebst Linde oft in der Schnitzerei und Drechslerei verwendet. Die Maserung passt zu den Objekten. Mit Ausnahme der Farbakzente ist die Ahornoberfläche roh belassen. Der Familienbetrieb Trauffer im Berner Oberland produziert die Holzfiguren. In ...
Nichts mit Augen

Zwei Kugeln, ein geschlitzter Einschnitt, Kerben und ein dunkelrotes Gummiband, das die Teile am Platz hält. Moritz Schmid hat für Atelier Pfister figürliche Wesen aus teils altrosa, pastelltürkis oder kiselgrau gespritztem Ahorn entworfen. Büffel oder Schildkröte? Liegendes oder stehendes Tier? Bei der Holzfigur ‹Iselt› werden Federn zu Zähnen und Haare zum Bart.

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