Natürlich lokal

Handwerk, Transparenz und Fairness: Das neue Luzerner Modelabel Myn setzt auf Slow Fashion und auf das Schweizer Kulturgut Flachs. Das hat seinen Preis.

Fotos: Peter Hauser

Handwerk, Transparenz und Fairness: Das neue Luzerner Modelabel Myn setzt auf Slow Fashion und auf das Schweizer Kulturgut Flachs. Das hat seinen Preis.

Mode will heutzutage nachhaltig sein und ihre Herstellung lokal, Produzentinnen sollen fair bezahlt und Ressourcen bewusst eingesetzt sein. Doch nicht selten scheitern gute Intentionen an der Umsetzung. Myn hat es geschafft: Das Modelabel produziert so lokal wie möglich und will transparent über die Herstellung informieren. Seine langlebigen, hochwertigen und biologisch abbaubaren Kleidungsstücke bestehen komplett aus einheimischem Material. Im Mittelpunkt stehen die Textilien und ihre Produktion. ###Media_2### Die Initiantinnen der ersten Kollektion sind Nadja Zürcher, Mira Durrer und Lea Vogel. «Was mir an Myn so gefällt, ist, dass das Material beim Entwerfen der Kleider die Hauptrolle spielt», sagt Nadja Zürcher, Label-Gründerin und Schnitttechnikerin. Sie hat sich zum Ziel gesetzt, die Schweiz als Produktionsstandort von Monomaterialkollektionen zu festigen, auf das hiesige Handwerk aufmerksam zu machen und Geschichten darüber zu erzählen: von der Gewinnung nachhaltiger Rohstoffe, vergessenem Know-how und lokaler Wertschöpfung. «Die Kollektion ist eigentlich ein Kommunikations- und Aufklärungsprojekt», erklärt die Designerin Mira Durrer, die verantwortlich ist für Textilien und Material. Den drei Frauen war zudem rasch klar, dass sie trotz klein gehaltener Kollektion aus 28 Teilen auf externes Fachwissen und weitere Ressourcen angewiesen sein würden. ###Media_8### Der Stoff, aus dem die Kleider sind Die Geschichte beginnt beim Rohstoff aus dem Emmental. Dort hat sich Swissflax angesiedelt. Die Initiative möchte die Wertschöpfungskette für Schweizer Flachs wieder aufbauen und industriell betreiben. Sie vereint Personen aus Forschung, Entwicklung, Landwirtschaft und Wirtschaft, zu ihren Kundinnen zählen etwa Möbel Pfister, Rigotex und Bernina. Bis 1940 wuchs Flachs in der Schweiz auf 200 Hektaren, also auf zwei Millionen Quadratmetern. Bald drängten jedoch i...

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