Nachwuchs vom Nachbarn

Schweizer Fachhochschulen forschen über Design. Doch für den Doktortitel müssen Designforscher das Land oder 
das Fachgebiet wechseln. Die Lücken einer jungen Disziplin.

Seit gut zehn Jahren wird Designforschung in der Schweiz an Fachhochschulen vorangetrieben. Geforscht wird aber meist nicht von hierzulande promovierten Designwissenschaftlerinnen. Sondern von Doktoranden, Postdocs und Professorinnen aus anderen Fachgebieten. Viele kommen aus dem Ausland. Werden sie weiterhin kommen? Für die Designforschung ist diese Frage nach dem Ja zur Masseneinwanderungsinitiative besonders kritisch. Die Fachhochschulen haben nämlich kein Promotionsrecht. Wie sollen sie ihren Nachwuchs generieren, wenn sie Designforschung zwar unterstützen, aber ihren Forschenden keine Aussicht auf akademische Karrieren im eigenen Feld bieten können?Für Gesprächsstoff sorgt auch die Forschungsfinanzierung. Dass die Schweiz keine Gesuche mehr beim Europäischen Forschungsrat stellen könne, sei für das Design nicht unmittelbar relevant, erklärt die Literatur- und Kulturwissenschaftlerin Corina Caduff von der Zürcher Hochschule der Künste (ZHdK): «Die extrem rasch getroffene Übergangslösung, mit der der Nationalfonds mit einem befristeten Förderinstrument in die Bresche springt, ist sehr zu begrüssen. Aber mittel- und langfristig ist die Situation kaum einzuschätzen.» Das betreffe auch die ausgesetzten Verhandlungen über das EU-Forschungsprogramm ‹Horizon 2020›. Ganz abgesehen vom Reputationsschaden für den Forschungsstandort Schweiz, der aufgrund der Abstimmung entstanden sei.Bleiben die inländischen Töpfe: Auf Bundesebene werden sie vom Nationalfonds und der Kommission für Technologie und Innovation (KTI) verwaltet. Der Nationalfonds fördert verstärkt die anwendungsorientierte Grundlagenforschung, die KTI kümmert sich um anwendungsorientierte Forschung. Funktioniert das? Corina Caduff ist auch Mitglied des Nationalen Forschungsrats und verweist auf steigende Zahlen: «Heute werden bis zu vierzig Prozent der Projekte finanziert, die beim Nationalfonds von ...
Nachwuchs vom Nachbarn

Schweizer Fachhochschulen forschen über Design. Doch für den Doktortitel müssen Designforscher das Land oder 
das Fachgebiet wechseln. Die Lücken einer jungen Disziplin.

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