«Weil man Kultur nicht hamstern kann.»

Nachbarschaftshilfe für lokales Design

Die Corona-Krise trifft kleine Labels schwer. Aber die Solidarität untereinander ist gross. Erste Plattformen organisieren Unterstützung.

Seit über einer Woche steht das Leben in der Schweiz still. Veranstaltungen sind abgesagt, die meisten Geschäfte mussten schliessen, die Strassen sind leer gefegt. Während der Onlinehandel bei den Grossen wie Amazon oder auch Digitec und Galaxus floriert, treffen die Massnahmen lokale Designschaffende hart. Doch bereits jetzt formiert sich digitale Nachbarschaftshilfe. «Support Small Labels» versammelt unabhängige Schweizer Marken und schaltet dabei die Algorithmen der Zwischenhändler aus. Auf warmen Farben listet die Seite Schmuck, Kosmetik, Textil- und Modedesign. Die Plattform funktioniert nicht als Onlineshop, sondern verlinkt direkt auf die Seiten der lokalen Kreativen und fordert dazu auf, mit einer Bestellung oder dem Kauf eines Gutscheins in Krisenzeiten auszuhelfen.

Die in Basel lancierte «Kulturklinik» ist eine Notfallstation für freischaffende Künstlerinnen, Grafiker und Musikerinnen. Über einen Onlineshop können sie Produkte – egal ob Postkarte oder virtuelle Musiklektion – vertreiben. Die Nettoeinnahmen werden solidarisch unter den beteiligten Kulturschaffenden aufgeteilt. Das Projekt kann man mit einem «Pflästerli» à je einem Franken unterstützen: «weil man Kultur nicht hamstern kann».

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