Conversation Pieces: Das Unheimlich im Objekt, HEAD Genève Fotos: zVg

Milano und das Handwerk

Wer in Milano während der Messe nicht auf die grossen Namen zusteuert, sondern im Fuori Salone auf Pirsch geht, entdeckt Überraschendes. Gutes und weniger gutes. Seit fünf Jahren versammeln sich in der Zona Lambrate hoffnungsfrohe Jungtalente, die stets aufs Neue die Kleinserie und das Objekt entdecken.

Da ist die ungetrübte Freude am Objekt, das als Einzelfall auftritt. Kann die Welt in einem Objekt liegen? Ja, durchaus. Aber dafür braucht es viel Arbeit an der Aussage, an der Form - und an der Kontextualisierung, denn kein Objekt ist je allein auf der Welt. Das erzählen unter anderen die Schneekugeln, in denen die Flocken auf Modelle von Architekturen der Überwachung rieseln. Sie stehen im Panic Room, der seinerseits Teil einer Installation der HEAD ist. Die Nähe zum Kunsthandwerk ist da schnell erreicht, wo die Aussage sich in die Kunstfertigkeit flüchtet. Andere setzten auf die einfachen Formen. Aber die vielen einfachen Objekte wiederholen sich. Auch die Betonung des Handwerklichen, Gemachten - allüberall schwappt es uns entgegen. Ebenso gleichen sich die Materialien: Holz, Kupfer, Marmor, Keramik. Die Schönheit, die in der einfachen Form liegt, wird so lange beschworen, bis man nur noch Einfaches sieht. Aber stets in der Vereinzelung. Den Designerinnen und Designern, die erwartungsfroh neben dem ausgestellten Objekt stehen, möchte man am liebsten zurufen: Und wie löst ihr das Problem der Serie und der Fertigung? Was darf es kosten, wer sind die Benutzerinnen und Benutzer?Ein besonderer Typ von Objekten sind die Spiegel, auch sie tauchen verschiedenen Orts auf. Sind sie Zeichen einer ersehnten Selbstvergewisserung? Nicht alle sind so hintergründig wie in der Installation der ECAL, die Guillaume Markwalder und Aurélia von Allmen entwarfen. Ein Bewegungsmelder spannt die Rettungsfolie, sobald jemand vor das runde Objekt tritt. Ist niemand da, wird der Spiegel blind - weil sich die Folie zusammen zieht. ...
Milano und das Handwerk

Wer in Milano während der Messe nicht auf die grossen Namen zusteuert, sondern im Fuori Salone auf Pirsch geht, entdeckt Überraschendes. Gutes und weniger gutes. Seit fünf Jahren versammeln sich in der Zona Lambrate hoffnungsfrohe Jungtalente, die stets aufs Neue die Kleinserie und das Objekt entdecken.

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