‹The Machine to Be Another› animiert Besuchende, in den Körper des anderen zu schlüpfen.

Mehr als nur Nullen und Einsen

Die Ausstellung ‹Planet Digital› im Museum für Gestaltung Zürich greift spielerisch Digitalisierungsphänomene auf und versucht auszuleuchten, was im Hintergrund passiert.

Digitalisierung ist überall und nirgendwo. Sie ist nicht im Kaffee, der vor mir auf dem Tisch steht, steuert aber die Maschine, die ihn zubereitet. Sie sorgt dafür, dass ich das Ticket für das nächste Tram kaufen kann. Digitalisierung besteht aus Code, unendlich langen Reihen von Befehlszeilen, die zu Algorithmen werden, zu künstlicher Intelligenz, die Roboter, Zugangskontrollen und Entscheidungen steuert. Wie also kann man Digitalisierung greifbar machen? Antworten haben Katharina Weikl von der Universität Zürich und Damian Fopp vom Museum für Gestaltung Zürich zusammengetragen. Das Ergebnis heisst ‹Planet Digital›: eine interdisziplinäre Schau, zu der ZHdK, ZHAW, AlgorithmWatch Schweiz, Kunstschaffende und Forschende beigetragen haben. ###Media_2### Die Installationen greifen spielerisch Digitalisierungsphänomene auf oder versuchen, sehr ernsthaft auszuleuchten, was im Hintergrund eigentlich passiert. Überraschendes trifft auf Banales, Bekanntes auf völlig Neues. Man könnte der Ausstellung vorwerfen, dass sie ein Sammelsurium unterschiedlichster Ansätze sei, der rote Faden zu lose. Aber wenn man bedenkt, dass die Kuratorinnen und Kuratoren lediglich ein halbes Jahr Zeit hatten – und das mitten in der Pandemie –, ist diese Ausstellung schon eine ordentliche Leistung. Die Herausforderung, so Weikl, sei gewesen, die vielen Beteiligten zusammenzubringen, zwischen ihnen zu «übersetzen». ###Media_3### ###Media_4### Immersion und Interaktion sind überall präsent und fordern das Publikum. So taucht man etwa in die Kobaltminen des Kongo ein, erlebt die Enge der Stollen und die Menschen, die unter erbärmlichen Umständen die globale Digitalisierung ermöglichen. Das andere Ende der physischen Kette symbolisieren ausgemusterte Monitore und Laufwerke – zu einem Haufen getürmt, der das wiedergibt, was an einem einzigen Tag in der Stadt Zürich an Elektroabfall ...
Mehr als nur Nullen und Einsen

Die Ausstellung ‹Planet Digital› im Museum für Gestaltung Zürich greift spielerisch Digitalisierungsphänomene auf und versucht auszuleuchten, was im Hintergrund passiert.

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