Auch ein Feuerzeug: Re-Fire von Francesco Faccin Fotos: Sisto Legnani

Maker Culture hoch drei

In letzter Zeit ist viel von Maker Culture die Rede: vom Bemühen, lieber alles selber herzustellen, als Fertiges im Übermass zu kaufen. Wie weit das gehen kann, zeigt der italienische Designer Francesco Faccin.

In letzter Zeit ist viel von Maker Culture die Rede: vom Bemühen, lieber alles selber herzustellen, als Fertiges im Übermass zu kaufen. Wie weit das gehen kann, zeigt der italienische Designer Francesco Faccin.

Er entwarf ein Set, damit wir wieder lernen können, wie man Feuer macht. Nicht, wie man ein anständiges Lagerfeuer schichtet oder wie man das eigene Cheminée ohne Zündpaste in Gang bringt. Sondern wie man Hölzchen reiben muss, auf dass der Funke springt. Mit Sorgfalt entwarf er ein Set, bestehend aus einem vorgebohrten Hartholz und einem Weichholz, die man gegeneinander reibt, mitgeliefert werden auch leicht entflammbare Späne und ein Gerät wie ein Bogen, mit dem man das Hölzchen dreht. Sehr sophisticated, und wie die Pressefotos zeigen, durchaus gebrauchstüchtig.

Was will uns Francesco Faccin damit sagen? Schmeisst eure Bic-Feuerzeuge weg? Und stürzt eine Ikone des Industrial Designs vom Sockel, 1972 entworfen und längst in der Sammlung des MoMA? Zurück zum einfachen Leben (aber war das denn je einfach?), findet Euer inneres Selbst, den Urmenschen in Euch? Zumindest ein Ziel war damals klar, meint der Designer im mitgelieferten Pressetext: Zwar kämpfte die Menschheit  ums nackte Überleben, doch dafür hätte sie sich nicht mit dem Überfluss und alle den semantischen Missverständnissen, was die Dinge betrifft, herumschlagen müssen. 

Schade, klingt doch nach einem weiteren reaktionären Kommentar zum Stand der Dinge. Immerhin, die Raffinesse, mit dem Franceso Faccin sein Set entworfen hat, beweist – wohl nicht intendiert, aber aufs Deutlichste –, was wir auf dem langen Weg aus der Urzeit bis heute gewonnen haben: die Freiheit, uns auch um den kulturellen Ausdruck der Dinge zu kümmern.

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