Aurelio Todiscos Angebot «Luzern für Alle» soll die Lebensumstände von Sans-Papiers verbessern.

«Luzern für alle»

Der Förderpreis Master of Arts in Design der Hochschule Luzern feiert sein Zehnjahresjubiläum. Dieses Jahr gewinnt Aurelio Todisco mit einem Projekt, das die Lebensumstände von Sans-Papiers verbessern soll.

Design für und mit der Gesellschaft ist nötig und hochaktuell: Die drei nominierten Studierenden des Masterstudiums teilen diesen Fokus und wollen mittels Designprozessen existierende Situationen zum Positiven verändern. Sie alle formulieren einen hohen gesellschaftlichen Anspruch: Es geht nicht darum, Bestehendes zu verschönern, sondern darum Gesellschaft zu gestalten. Carmen Blätter untersucht mit ihrer Arbeit «Milédou» die Rolle einer Designerin im Entwicklungskontext, Maha Daoudi entwickelt mit «RISE» eine Plattform für lebenslanges Lernen.

Auch Aurelio Todisco gestaltet mit seinem Gewinnerprojekt engagiert und akribisch für die Gesellschaft: In vielen grossen Deutschschweizer Städten gibt es City-Cards, in Basel und Zürich sind es Bleibeguides. In Luzern ist es vielleicht zukünftig «Luzern für Alle», ein Angebot, das die Lebensumstände von Sans-Papiers verbessern soll. Das Abschlussprojekt von Aurelio Todisco besteht aus einer App fürs Handy, öffentlichen Anlässen und weiteren Partizipationsmöglichkeiten. In seinem Ansatz bringt er alle relevanten Organisationen zusammen und ermöglicht Sans-Papiers einen einfacheren Zugang zu solidarischen und städtischen Strukturen in Luzern. Gewollter Nebeneffekt: Er vernetzt auch Einheimische, Behörden und hilfeleistende Organisationen noch besser als vorher. Für seine Vorschläge hat er das Themas der Flüchtlinge in der Schweiz analysiert Er recherchierte zur Situation der Sans-Papiers hierzulande, betrieb Umfragen und führte Expertengespräche. So benennt er die Problemfelder präzise, überzeugt mit klaren Absichten und Umsetzungsplänen und einem zielgerichteten Umgang, um alle Stakeholder an einen Tisch zu bekommen. Er ist nun bereits mitten in den Verhandlungen, um «Luzern für alle» langfristig zu finanzieren. Ebenfalls fasst er ins Auge, die App von Luzern aus für andere Städte nutzbar zu machen.

Die Abschlussarbeit besticht, weil Aurelio Todisco nicht nur eine bestehende Situation untersucht, sondern konkrete Lösungen vorschlägt, die für die benannten Problemfelder passen und – nachvollziehbar argumentiert – die Situation von Sans-Papiers verändern. 

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