Kleider²: Nicht das Kleidungsstück entwirft das Schnittmuster, sondern das Schnittmuster entwirft das Kleidungsstück.

Kleider im Quadrat

Rahel Tschofen gewinnt den Förderpreis «Master of Arts in Design» der Hochschule Luzern. Sie hat mit «Kleider²» ein Schnittsystem entwickelt, mit dem sich Kleidungsstücke ohne Stoffreste herstellen lassen.

Der mit 5000 Franken dotierte Förderpreis «Master of Arts in Design» der Hochschule Luzern – Design & Kunst unterstützt Abgänger bei ihrem Start ins Berufsleben. In diesem Jahr überzeugte Rahel Tschofen mit ihrer Arbeit «Kleider²». Die 26-Jährige hinterfragt darin den Stoffverbrauch bei der industriellen Herstellung von Bekleidung und entwickelte ein Schnittsystem, mit dem sich verschiedene Kleidungsstücke ohne Reste herstellen lassen. Martin Wiedmer, Vizedirektor der HSLU, lobt als Juror und Laudator Rahel Tschofens Arbeit als nachvollziehbare, relevante Grundlagenarbeit und honoriert ihren Mut, neue Perspektiven in einen schwierigen, herausfordernden Markt zu bringen.
Mit vier Kleidungsstücken beweist die Designerin, dass «Kleider²» nicht nur auf dem Papier funktioniert. Um die Komplexität des Projekts zu verstehen, erklärt sie die Thematik anhand von vier Grundschnitten für Oberteile. Ihre Modelle zeigen exemplarisch die Funktionalität und Materialvielfalt, die mit dem Schnittsystems möglich sind. Ihre radikale Haltung – «nicht das Kleidungsstück entwirft das Schnittmuster, sondern das Schnittmuster entwirft das Kleidungsstück» – verbindet die Designerin mit einem hohen gestalterischen Anspruch. Ihre Formensprache ist weder limitiert noch zu ungelenk: Das Schnittsystem erlaubt avantgardistische Stücke ebenso wie konventionelle Entwürfe, die ein breites Kundensegment ansprechen.

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