Ein Blick ins Badezimmer: rosarotes Mosaik. Fotos: Peter Hauser

Hotelstunden

Alfredo Häberli hat das «25hours Hotel» in Zürich vom Türgriff über das Bett bis zum Zahnputzbecher eingerichtet. Eine Nacht im Autorendesign.

Alfredo Häberli hat das «25hours Hotel» in Zürich vom Türgriff über das Bett bis zum Zahnputzbecher eingerichtet. Eine Nacht im Autorendesign.An der Pfingstweidstrasse 102 in Zürich West steht ein Haus mit schwarzer Metallfassade. Es ist Teil des Hardturmparks und war als Bürogebäude geplant. Jetzt befindet sich darin die erste Schweizer Filiale der deutschen Hotelkette «25hours», einer Budgetlinie unter dem Label «Design Hotels», das quer durch Europa eigene Häuser realisiert oder Hotels auszeichnet. «25hours» gestaltet jedes ihrer Häuser zusammen mit lokalen Designern und Künstlern. In Zürich mit Alfredo Häberli.Und die Welt wird buntEs ist fünf Uhr abends. Ich sitze im Tram Nummer 4 und fahre zur Haltestelle «Toni-Areal», unterwegs zum Selbstversuch «eine Nacht im Autorendesignhotel». Der Weg führt über den noch kargen Vorplatz, die «Business Plaza», vorbei an drei Arbeitern, die eine Bodenplatte flicken und deren Fundament mit Kies auffüllen. Das Hotel ist erst seit ein paar Tagen geöffnet, rundherum wird noch betoniert, gehämmert und gestrichen. Die erste Begegnung mit dem Designer habe ich an der Glastür zur Lobby   — ich öffne sie mit der Hand auf dem gedrechselten Türgriff Marke Häberli. Hinein nun in Alfredos Welt. Der Designer hat das Interieur gestaltet, alle Gerätschaften und Möbel vom Zahnputzbecher bis zum Bett kommen aus seinem Studio. Seine Auftraggeber nennen ihr Werk «Autorendesignhotel». Das wohl, weil «Designhotel» als Begriff abgewirtschaftet hat   — überall steht eines. Nur schon der Begriff ist unsinnig, wenn wir davon ausgehen, dass jedes Hotel jemand gestaltet hat, sei es schlecht oder gut. Und das «Autorendesignhotel» nun ist nicht nur ein doppelt unsinniger Begriff, sondern auch noch ein Zungenbrecher.Wie die Ankunft inszeniert wird, sagt etwas über die Gastfreundschaft, kein Hotelier bek...
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Alfredo Häberli hat das «25hours Hotel» in Zürich vom Türgriff über das Bett bis zum Zahnputzbecher eingerichtet. Eine Nacht im Autorendesign.

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