Der Schnitzer Nick Dragan alias Bebe Fotos: Mark Glassner

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Handwerk feiert Renaissance, auch hierzulande. Doch handwerkliche Erzeugnisse sind teuer, denn Handarbeit ging verloren, wurde selten und kostet viel. Das ist in anderen Kulturkreisen nicht der Fall. Zum Beispiel bei den Roma in Rumänien.

Handwerk feiert Renaissance, auch hierzulande. Doch handwerkliche Erzeugnisse sind teuer, denn Handarbeit ging verloren, wurde selten und kostet viel. Das ist in anderen Kulturkreisen nicht der Fall. Zum Beispiel in Rumänien. Die handwerkliche Tradition der dort ansässigen Roma-Bevölkerung ist lebendig. Allerdings ist sie bedroht. War es früher üblich, dass der Nachwuchs den gleichen Beruf wie die Eltern erlernte, sind die Lebensbedingungen der Roma heute so schlecht, dass dies für Junge nicht länger attraktiv ist. Viele Handwerksfamilien leben in elenden Verhältnissen. Das hat unter anderem mit der politischen Situation in Rumänien zu tun: Nach wie vor werden die Roma ausgegrenzt und haben wenig Chancen, ausserhalb ihrer Sippe Arbeit zu finden. Dementsprechend schwierig ist Integration. Auch die häufig starren Strukturen der traditionell lebenden Roma bilden diesbezüglich eine Hürde. Eine der von Roma gegründeten Organisationen, die sich für das Schicksal ihrer Volksgruppe einsetzt, ist die Nichtregierungsorganisation MBQ (Mesteshukar Butiq). Sie wird unterstützt durch die österreichische Erste Stiftung, die sich für Integrationsprogramme in Osteuropa engagiert. Im Rahmen eines Social Inclusion-Projekts mit Roma-Handwerkern wurden die österreichischen Designer Nadja Zerunian und Peter Weisz angefragt, gemeinsam mit verschiedenen Handwerksfamilien zu arbeiten. Sie sollten für die traditionellen Erzeugnisse der Roma eine moderne Formensprache entwickeln und so das Handwerk am Leben halten. Der Verkauf der gemeinsam erarbeiteten Stücke in einer Boutique in Bukarest soll helfen, Berührungsängste und Vorurteile seitens der Rumänen gegenüber den Roma abzubauen. Ihre erste Reise nach Transsilvanien, wo viele Roma leben, war für die beiden ein Schock. Die Armut und die Ausgrenzung dieses Volkes, das immerhin zehn Prozent der Bevölkerung des Landes ausmacht, erschreckt...
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Handwerk feiert Renaissance, auch hierzulande. Doch handwerkliche Erzeugnisse sind teuer, denn Handarbeit ging verloren, wurde selten und kostet viel. Das ist in anderen Kulturkreisen nicht der Fall. Zum Beispiel bei den Roma in Rumänien.

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