«Anuvad: Translating crafts.» verbindet traditionelles, indische Handweben nahtlos mit Elektronik.

Handwerk übersetzen

Textildesignerin Chhail Khalsa gewinnt mit ihrer Masterarbeit «Anuvad: Translating crafts.» den Förderpreis «Master of Arts in Design» der Hochschule Luzern.

Seit 2010 verleiht die Hochschule Luzern (HSLU) den «Förderpreis Master of Arts in Design», seit zwei Jahren gemeinsam mit den Institutionen «Luzern Design» und «Swiss Design Transfer». Der mit 5000 Franken dotierte Preis prämiert exzellente Arbeiten im eigenen Masterprogramm Design. Zusätzlich kann die Gewinnerin oder der Gewinner ein Beratungsangebot von Swiss Design Transfer beanspruchen, um so den Start ins Berufsleben zu fördern.

 

Meri Tuuli Zirkelbachs Arbeit «WhiteWood».

Dieses Jahr waren zwei Arbeiten nominiert: Meri Tuuli Zirkelbach mit «WhiteWood», das anhand des modifizierter Rohstoffs Holz den Technologietransfer durch die Kollaboration von Designern und Wissenschaftern auslotete, sowie Chhail Khalsa mit «Anuvad: Translating crafts.» Beide Arbeiten haben dabei nicht das Endprodukt vor Augen, sondern explorieren das Potential von neuen Materialien oder der Kombination von neuen Technologien mit bekannten Herstellungsverfahren. Sie tun dies sehr überlegte Art und Weise, aber sehr unterschiedlich.

 

Chhail Khalsas Arbeit «Anuvad: Translating crafts» in der Jahresausstellung der HSLU.

Die Jury verlieh den Förderpreis 2019 schliesslich an Chhail Khalsa: Ihr Projekt «Anuvad» bedeutet «Übersetzung» in Hindi. Die Textildesignerin verbindet traditionelles, indische Handweben nahtlos mit Elektronik und entwickelt mehrere Produkte wie beheizte Teppiche und Kissen oder einen Schal mit integrierten LEDs. Die Jury anerkennt die gesamtheitliche und reflektierte Vorgehensweise, die von grossem Respekt gegenüber den Handwerkerinnen und Handwerkern zeugt. Technologie und Handwerk befruchten sich in ihrem Projekt gegenseitig und Chhail Khalsa zeigt, wie Handwerk im Zeitalter des Digitalen eine neue Bedeutung erhält und wie Technologie ganz nahe an den Menschen kommen kann.

Nun hat Chhail Khalsa gute Chancen, ihre Geschäftsidee zur Marktreife zu bringen. Unterdessen überzeugte «Anuvad» nämlich auch die Jury des Förderprogramms Creative Hub 2019/20 – wobei sie während einem Jahr von Coaches und Expertinnen aus der Wirtschaft begleitet wird.

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