Das Siegerprojekt von Ramona Schmidt Fotos: Andreas Malzach

Halsfrei an der MuBa

Wer den Weg vorbei an Kinderland, Basler Läckerli und Möbel meistert, wird am Stand von Form Forum mit einer Schmuckausstellung belohnt.

Wer den Weg vorbei an Kinderland, Basler Läckerli und Möbel meistert, wird am Stand von Form Forum belohnt. Dort präsentieren und verkaufen Vereinsmitglieder ihre Produkte auf einer Flaniermeile in schlichtem Weiss. Am Ende steht ein schwarzer Kubus beschriftet mit «halsfrei», darunter schweben Chilischoten, eine Sushi Take-Away Verpackung und zerknüllte Aluminiumfolien.

Der schwarze Kubus hebt sich von seinem lauten Umfeld ab. Inszeniert wie in einer edlen Galerie, schweben dreissig Schmuckstücke auf abstrahierten Büsten im Raum. Das Konzept stammt von Elia Gilli, die mit Engagement die Werkschau organisiert hat. Ursprünglich für die Blickfang Basel geplant, konnte die Ausstellung nun auf dem Stand von Form Forum an der MuBa realisiert werden. 21 Basler Goldschmiede-Ateliers haben je ein charaktervolles Schmuckstück zum Thema halsfrei realisiert. Alex Degen, Goldschmied und Präsident des Vereins Kunst-Hand-Werk, freut sich, wenn das Publikum Parallelen zwischen den Chilischoten und dem Werk «Trockenes Aufgepeppert»von Beat Lehmann zieht oder über die Tragbarkeit einzelner Entwürfe debattiert. Er will das kunsthandwerkliche Können fördern und die eher eigenbrötlerischen Goldschmiede zur Zusammenarbeit auffordern. Sein Beitrag zur Ausstellung ist ein Halsschmuck aus Silber mit Kinnauflage, die den Titel «Gedankenstütze» trägt.

Neun Wettbewerbs-Arbeiten von Goldschmiedelehrlingen der Schule für Gestaltung Basel ergänzen die Schau. Im Rahmen eines Semesterprojektes setzten sie sich mit Produktionsmethoden und Materialien anderer Disziplinen auseinander und übersetzten diese in eigenständige Entwürfe. An der Vernissage am 5. Februar wurden drei Lehrlingsarbeiten prämiert. Gewonnen hat Ramona Schmidt mit ihrem Entwurf, der den Alltag eines Tätowierers in ein Collier aus besticktem Silikon überträgt: «Körperbemalung und Tattoos faszinieren mich. Aber ich bin froh, wenn ich sie nach einer Weile wieder abwaschen oder eben ausziehen kann.» Die Zweitplatzierte Vera Rechsteiner verbindet Schmuck mit Zahntechnik, indem sie Schläuche, Zahnkronen und Stecksysteme verwendet. Karin Spitz übersetzt die Kunst des Konditormeisters in eine Arbeit aus Silikon, wofür sie den dritten Preis erhielt.

Bis zum 13. Februar kann man sich an der MuBa ein eigenes Bild des Basler Kunsthandwerkes machen. Danach soll das Projekt alle ein bis zwei Jahre weitergeführt werden.

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