JB Dubbs, Joey Arias, Jonte, Susanne Bartsch, Amanda Lepore, Kayvon, Vandam Sunday in New York, 2013. Foto: Marco Ovando

Grand Prix Design 2022

Das Bundesamt für Kultur ehrt mit dem diesjährigen Preis die Stilikone Susanne Bartsch, den Fotografen Beat Streuli und die Innenarchitektin Verena Huber.

Die Stilikone Susanne Bartsch wurde Ende der 80er-Jahre als Organisatorin legendärer Partys bekannt, darunter auch der «Love Ball», den sie zugunsten der Aids-Forschung ausrichtete. Dank ihrem einzigartigen Stil wurde sie zur Muse für unzählige Modedesigner. Mit ihrer Offenheit für Menschen am Rand der Gesellschaft gilt Bartsch als Vorreiterin der «Otherness», sie selbst sieht sich als Schutzpatronin für Transformation und Inklusion. Früh kämpfte sie für die Rechte der LGBTQI-Community. 

«Susanne Bartsch ist dank der Kreation ihrer legendären Looks und Partys ein glanzvolles Gesamtkunstwerk», sagt Joy Ahoulou, Modeexperte der Eidgenössischen Designkommission. «Als Impresaria, Künstler-Agentin und grossherzige, offene Gastgeberin bewegt sie sich virtuos an der Schnittstelle von Mode, Make-Up, Aktivismus, Kunst, Musik und Performance.» Bartsch stammt aus Bäretswil und lebt seit rund 40 Jahren in New York. Netflix hat 2017 einen Dokumentarfilm über sie veröffentlicht. 

Für ihr Lebenswerk erhält die Stilikone Susanne Bartsch den Grand Prix Design.

Die 1938 in Basel geborene Verena Huber hat sich als Innenarchitektin, Forscherin, Autorin und Vermittlerin mit den Fragen des Wohnens und Sich-Aufhaltens befasst. 2021 gründete sie gemeinsam mit elf weiteren Innenarchitekten das Archiv Innenarchitektur Schweiz. Sie lebt und arbeitet in Zürich. Jörg Boner, Präsident der Eidgenössischen Designkommission, begründet den Entscheid: «Verena Huber hat immer schon einen eigenen Weg eingeschlagen. Von sinnentleerter Ästhetik und Konformität in jeder Hinsicht hat sie sich ein Leben lang ferngehalten. Der Mensch ist das Zentrum ihrer Arbeit.» 

Für Verena Huber ist das Erforschen von Wohnkultur ein elementarer Bestandteil des Entwurfs.

«Beat Streuli arbeitet mit Fotografie und Video – Schnappschüsse, Film-Stills, Bilder von Überwachungskameras oder aus der Werbung – und schafft Werke von starker visueller Wirkung», sagt Tatyana Franck, Mitglied der Eidgenössischen Designkommission bis 2021. Streuli nutzt verschiedene Präsentationsformen, um seine Bildwelten zu inszenieren. Immer wieder präsentiert seine Werke in spektakulären Installationen im öffentlichen Raum. Er lebt und arbeitet in Wädenswil und Brüssel.

Beat Streuli veröffentlichte 2019 mit «Fabric of Reality» eines seiner umfangreichsten Künstlerbücher.

Travelers and Passersby, 2008, billboard – Jordan Festival, Petra, 2008. Photo Marie Le Mounier, © Beat Streuli

 

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