Freitag im Museum: Moritz Schmid gestaltete die Ausstellung. Foto: Betty Fleck Fotos: zVg

Freitag im Museum

Renate Menzi, Kuratorin der Designsammlung des Museum für Gestaltung, hat das Archiv der Firma Freitag gesichtet und dem Phänomen eine Ausstellung gewidmet.

Selten lässt sich eine Idee, die ein Unternehmen begründet, so genau festlegen: es war der 19. Oktober 1993, in der WG an der Zürcher Hohlstrasse 78. An diesem Tag entwickelten Daniel und Markus Freitag die Vorstellung, aus alten Lastwagenplanen eine robuste, wasserfeste, dauerhafte Tasche herzustellen, die auch für Velokuriere tauglich sei. So berichtete Renate Menzi, Kuratorin der Designsammlung des Museum für Gestaltung Zürich. Sie hat das Firmenarchiv tagelang gesichtet, gewichtet und dem Phänomen Freitag eine feine, kleine Ausstellung gewidmet.

Längst gilt das Unternehmen als Paradebeispiel für die Kreativwirtschaft: Markus und Daniel Freitag studierten an der Zürcher Hochschule für Gestaltung, wurden als Designer zu Unternehmern, blieben in der Stadt, wo sie ihre Taschen aus ausrangierten Lastwagenplanen entwerfen, herstellen lassen, kommunizieren und vermarkten. Taschen, die längst weltweit bekannt sind. Wie es dazu kam, zeigt die Ausstellung, die geschickterweise auf eine Produkteschau verzichtet und stattdessen erklärt, was es an vielfältigen Designleistungen zum Erfolg brauchte. Eine Leistung, die weit über den Entwurf der Ur-Tasche hinausgeht und viel mit der Glaubwürdigkeit zu tun hat, mit der die beiden Designer ihr Geschäft seit 19 Jahren führen. Für die Präsentation in der Galerie des Museums gestaltete Moritz Schmid sieben Stationen aus Holz und aufgerollten Stoffbahnen, die an Sattelanhänger erinnern. Sie kommentieren, was den Kern der Idee Freitag ausmacht: die Rekontextualisierung der Planen, die am Ende ihres Lebenszyklus zerkleinert und in attraktiver Form erneut auf Achse gehen.

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