Die Lichtdurchlässigkeit eines Papiers hat einen gestalterischen Reiz. ‹Opaque Script› hilft dabei, sie bereits am Computer mitzudenken. Fotos: B & R

Digitales Papier

Die beiden Grafiker Noah Bonsma und Dimitri Reist haben zusammen mit dem Interaction Designer Roger Burkhard ein Skript für Adobes Layoutprogramm ‹Indesign› entwickelt, das die Opazität von Papier nachahmt.

Wie ein Schatten scheint das Bild durch die simulierte Seite am Monitor. Vorangehende und nachfolgende Seite verschwimmen miteinander, allein ein Schieberegler steuert, wie kräftig der Durchdruck lesbar ist. Die beiden Grafiker Noah Bonsma und Dimitri Reist haben zusammen mit dem Interaction Designer Roger Burkhard ein Skript für Adobes Layoutprogramm ‹Indesign› entwickelt, das die Opazität von Papier nachahmt. ‹Opaque Script› erstellt eine Kopie der zu bearbeitenden Datei und berechnet die Durchlässigkeit der aufeinanderfolgenden Seiten. Indem es die beiden Dateien verknüpft, zeigt die Arbeitsfläche Änderungen in Echtzeit. So lässt sich einerseits die Lesbarkeit testen, andererseits offenbart das Skript den grafischen Reiz der Transparenz. «Als Grafiker arbeiten wir mit strengen Gestaltungsrastern – da kann es spannend sein, die Präzision mittels leichtem Durchscheinen sichtbar zu machen.» Das Werkzeug erleichtert räumliches Entwerfen auf dem flachen Computerbildschirm. Bis anhin haben die beiden Grafiker den Effekt von Hand simuliert – bei Büchern mit mehr als hundert Seiten ein unmöglicher Aufwand. «Wir konnten kaum glauben, dass es dafür noch keine Automatisierung gibt», sagt Bonsma. Das Thema betrifft unterschiedliche Disziplinen und könnte etwa auch für Textildesignerinnen interessant sein. Also setzten sich Bonsma und Reist mit ihrem Büronachbarn zusammen, der das Skript programmierte. Der Interaction Designer musste sich quer durch veraltete Web-Foren lesen. Da schlecht programmierte Skripts Programme fehleranfälliger machen, hat Adobe kein Interesse daran, Entwickler zu unterstützen. Folglich gibt es dafür auch keine Verkaufsplattform. Interessierte bekommen die Skripts auf persönliche Anfrage zugeschickt oder können sie auf der Projektseite herunterladen. Es sei unrealistisch, ihr Werkzeug zu monetarisieren, sagt Dimitri Reist. «Das Projek...
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Die beiden Grafiker Noah Bonsma und Dimitri Reist haben zusammen mit dem Interaction Designer Roger Burkhard ein Skript für Adobes Layoutprogramm ‹Indesign› entwickelt, das die Opazität von Papier nachahmt.

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