Der Interaction Designer Jürg Lehni pflegt die Dreifelderwirtschaft von Technologie, Design und Kunst. Auch dozierenderweise. Fotos: Gefe

Designer für alles

Forschen, unterrichten, publizieren, kuratieren, produzieren, editieren – und entwerfen. Die Vielfalt im Designberufsalltag.

Wie viele Designer gibt es, die ausschliesslich entwerfen? Künstler, die nichts als Kunst machen? Wenige. Wieso? Weil sie kein Geld damit verdienen? Mag sein. Aber das ist bei Weitem nicht der einzige Grund: Es gehört zum Jobprofil eines Designers, neugierig zu sein. Es gibt Wege, Arbeiten in verschiedenen Gebieten gleichzeitig zu realisieren. Und sich zu vernetzen und auszutauschen ist nicht nur einfach möglich, sondern auch wichtig.PUBLIZIEREN, FORSCHEN, ENTWERFEN Nicola Stattmann arbeitet als Industrial Designerin in Frankfurt. Sie ist überzeugt, dass Fragen nach Material und Technologie am Anfang jeder Produktentwicklung stehen müssen. Deshalb erarbeiten sie und ihre Mitarbeiter Wissen über neue Materialien, Herstellungsprozesse und aktuelle Forschungsaktivitäten. Sie nutzen ein Netzwerk von Herstellern und Instituten, um Produkte und Konzepte für Kunden zu entwerfen. Ausserdem publiziert sie Bücher. «Bereits für meine Diplomarbeit recherchierte ich an Forschungsinstituten nach Themen, die für das Produktdesign interessant sind. Meine Erkenntnisse und die daraus resultierenden Möglichkeiten wollte ich meinen Kommilitonen zur Verfügung stellen – wissenschaftliche Ergebnisse für Designer übersetzt und aufbereitet.» Zusammen mit dem German Design Council entstand aus ihrer Arbeit das «Handbuch Materialtechnologie».Für Stattmann liegt es auch heute nahe, das, was sie weltweit recherchiert hat, für andere Produktentwickler und Gestalter thematisch zusammenzustellen. «Die Resultate zu strukturieren hilft mir, meine eigene Position stetig zu prüfen.» Aus dem Publizieren sind weitere Engagements entstanden: kuratieren, Vorträge halten, Juryarbeit und Gastprofessuren, etwa an der Fachhochschule Nordwestschweiz. «Im Design sind interdisziplinäres Arbeiten und Denken wichtig», sagt sie. «Die Projekte sind so komplex, dass man sie ohne Austausch oder Kollabo...
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