«Roller Luggage, a genuine Chinese innovation» – ein weiteres mögliches Szenario in der «Caseboard»-Geschichte. Fotos: Collage von Patrick Hari

Design-Piraten

Das «Caseboard» ist kein gewöhnlicher Koffer: Es hat ein Tritt-brett, das der Nutzer herunterklappt, um auf dem Gepäck-Mobil wie auf einem Scooter mitzufahren. 1999 entwarf Christof Hindermann den befahrbaren Koffer gemeinsam mit Jérôme Gessaga als Diplomarbeit. Es blieb allerdings bei den Modellen. Dennoch steht neben den Gipsmodellen heute ein echter Koffer mit Trittbrett. «Unsere Idee, nicht unser Produkt», sagt Gessaga. Das Gepäckstück ist eine Koproduktion von Micro und Samsonite. Pikantes Detail: Vor zehn Jahren hatten Gessaga Hindermann ihr Projekt genau diesem Gepäckfabrikanten präsentiert.

Und die Moral von der Geschicht: Wer heut' Entwürfe dürftig schützt, der wandert morgen vor Gericht.Auf dem Tisch liegt das Gipsmodel eines Koffers. Kein gewöhnlicher Koffer: Er hat ein Trittbrett, das der Nutzer mit zwei Handgriffen herunterklappt, um auf dem Gepäck-Mobil wie auf einem Scooter mitzufahren. «Das <Caseboard> war unsere Diplomarbeit», sagt Christof Hindermann. 1999 entwarf er den befahrbaren Koffer gemeinsam mit Jérôme Gessaga. Es blieb allerdings bei den Modellen und einer Studie — die Werkzeuge, um das «Case­board» zu fertigen, hätten eine halbe Million Franken gekostet. Dennoch steht neben den Gipsmodellen heute ein echter Koffer mit ausgeklapptem Trittbrett. «Unsere Idee, nicht unser Produkt», sagt Jérôme Gessaga. Das Gepäckstück ist eine Koproduktion des Tretroller-Produzenten Micro und des Kofferherstellers Samsonite. Pikantes Detail: Vor zehn Jahren hatten Gessaga Hindermann ihr Projekt genau diesem Gepäckfabrikanten präsentiert. Vor dem Tretroller-Hype Wie kommen Gessaga Hindermann jetzt zu dem Rollkoffer? «Wir haben ihn vom Hersteller Micro bekommen», sagen die beiden und erzählen, wie es vor ein paar Wochen zu diesem Handel kam. «Als wir unsere Diplomarbeit präsentierten, war der Hype um Tretroller für Erwachsene noch nicht ausgebrochen. Er folgte ein Jahr später.» Die meisten Dozenten reagierten deshalb skeptisch auf das «Caseboard». Doch die beiden jungen Designer glaubten an ihre Idee: «Wir wollten mit Profis zusammenarbeiten und kontaktierten den belgischen Kofferhersteller Samsonite.» Sie hatten ihr Modell bereits beim Institut für geistiges Eigentum hinterlegt, als sie Samsonite eine Dokumentation mit Skizzen schickten. Für den Schweizer Markt war ihr Design zwar geschützt, nicht aber für den europäischen oder gar den chinesischen. Deshalb riet ihnen ihr Dozent, den Hersteller einen Geheimhaltungsvertrag ...
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Das «Caseboard» ist kein gewöhnlicher Koffer: Es hat ein Tritt-brett, das der Nutzer herunterklappt, um auf dem Gepäck-Mobil wie auf einem Scooter mitzufahren. 1999 entwarf Christof Hindermann den befahrbaren Koffer gemeinsam mit Jérôme Gessaga als Diplomarbeit. Es blieb allerdings bei den Modellen. Dennoch steht neben den Gipsmodellen heute ein echter Koffer mit Trittbrett. «Unsere Idee, nicht unser Produkt», sagt Gessaga. Das Gepäckstück ist eine Koproduktion von Micro und Samsonite. Pikantes Detail: Vor zehn Jahren hatten Gessaga Hindermann ihr Projekt genau diesem Gepäckfabrikanten präsentiert.

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