Christian Brändle spricht am Symposium «Design auf Zeit».

Design auf Zeit

Im Neubad, der Zwischennutzung des alten Hallenbads in Luzern diskutierten Fachleute das Thema «Design auf Zeit». Die Trägerschaft Luzern Design rief zum zweiten Symposium, um die Designlandschaft Zentralschweiz zu stärken.

Die Trägerschaft Luzern Design rief zum zweiten Symposium, um die Designlandschaft Zentralschweiz zu stärken (siehe HP Themenheft 12/11). Im Neubad, der Zwischennutzung des alten Hallenbads in Luzern diskutierten Fachleute das Thema «Design auf Zeit». Es versammelten sich über 100 Leute, bunt gemischt aus Designerinnen, Grafikern, Unternehmern, Innenarchitekten, Mitarbeiter von Schreinereien und Studenten. In einem ersten Block berichteten Christian Brändle, Frédéric Dedelley und Dr. Hansjörg Dietz von ihren Erfahrungen mit temporärer Gestaltung. Der Direktor des Museums für Gestaltung Zürich verglich zwei aktuelle Ausstellungen und stellte das Plastikmüll-Projekt «Endstation Meer?» den Vintage-Objekten gegenüber, die aktuell im Museum ausgestellt sind: «Design vergeht nicht nur, es wird auch verehrt und zuweilen gar verklärt.» Die Plastikmüll-Ausstellung tourt seit vergangenem Jahr durch Europa und ist aktuell in Dänemark und in Schweden zu sehen. Der zweite Referent, Dr. Hansjörg Dietz studierte Biologie und Chemie in Deutschland, promovierte im Fach Ökologie und ist seit 2000 am Departement Umweltsystemwissenschaften an der ETH Zürich. In den letzten Jahren hat er seinen Schwerpunkt auf 3D-Visualisierungen gelegt. Er liess die Zuhörer am Resultat dieses Kompetenzaufbaus teilhaben und machte sie mit der höhere Wissenschaft des 3D-Druckens bekannt: «Höhere Wissenschaft, weil es schon längst nicht mehr darum geht, ein paar nette Nippsachen fürs Bücherregal selber ausdrucken zu können.» Designer Frédéric Dedelley schliesslich gab Einblick in die Objektdesign-Arbeiten seiner Studenten an der Hochschule Luzern, Kunst & Design und erörtere wie aus Inspirationsquellen Entwürfe entstehen und welche Rolle die Komponente Zeit im Entwurfsprozess spielt. In einem zweiten Block präsentierte der Klebstoffhersteller Nolax seine Erträge und Anstrengungen – in Sempach Station entwickeln über 50 Spezialisten Verbindungstechniken und sind auf der Suche nach neuen Märkten und Anwendungsgebieten. Was hat das alles mit Design zu tun? Viel. Heute wird oft geklebt, wo früher geschraubt und genagelt wurde. Klebstoffe ermöglichen nicht nur neue Konstruktionen, sondern manch neuartige Entwürfe, die durch quasi fugenlose und unsichtbare Verbindungen erst möglich werden. Daraufhin sprach Textildesignerin Annette Douglas über ihre Akustikvorhang-Kollektion, die dämmt, ohne zu verdunkeln. Hubert Baumgartner, Dozent an der höheren Fachschule für Technik und Gestaltung Zug schliesslich zeigte Beispiele für Entwürfe mit Papier, einem «Material auf Zeit», wie er sagte. Ein vielseitiges Programm, das den Teilnehmern am anschliessenden Apéro viel Gesprächsstoff bot, um zu diskutieren, was Design kann und vermag.

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