Die Plakate der Kollektive Fotos: zVg

Das Kollektiv

Depot Basel feiert das Kollektiv als «Kultur des Gemeinsamen». Und stellt die Arbeitsform gegen die Klage der Vereinzelung.

Depot Basel feiert das Kollektiv als «Kultur des Gemeinsamen». Auch wenn vielerorts über Vereinzelung geklagt wird, hat das Kollektiv als Arbeitsform Konjunktur. So lautet zumindest die These, mit der Depot Basel – selbst als Kollektiv organisiert – neun weitere Gruppen eingeladen hat, ihre Sicht der Dinge darzulegen. Die eingeladenen Gruppen, die sich aus Soziologen, Grafikerinnen, Wirtschaftsinformatiker, Architekten, Designerinnen, Landschaftsarchitekten, Künstlerinnen und Historiker zusammensetzen, stehen gemeinschaftlich für ein Anliegen oder ein Interesse ein.

Doch wie lässt sich daraus eine Ausstellung machen? Auf Plakaten fassen die neun beteiligten Kollektive mit klingenden Namen – Collective Disaster, Design Displacement Group, Juice & Rispetta, Okay Studio, Postfossil, Speedism, Synopsis, Wndrlust und Yaay –, ihre Arbeitshaltung in ein Bild. Auf Informationstafeln liest man nach, was dahinter steckt. Etwa auch, dass allein die kollektive Namensfindung desaströs verlaufen könne, wie das Beispiel von Collective Disaster erläutert.  Dass Teamarbeit im kreativen Bereich keine Erfindung der digital natives sind, zeigt die Installation «Learning from the Past». Zusammengestellt hat sie Kunsthistorikerin und Schmuckmacherin Charlotte van de Velde. Doch wichtiger noch ist es, den Kollektiven zuzuhören: Etwa in einem Gespräch, das im Rahmen des Vorgänger-Projekts «This Is Work» stattfand und als Audiomitschnitt in der Ausstellung abgespielt wird. Denn die Frage lautet heute weniger nach den bekannten Vorteilen interdisziplinären Austausches, sondern im Zeitalter des Selfies: Wie steht das Individuum zur Gruppe, wie die Gruppe zum Einzelnen?

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