Das «Projekt Handwerk» von Designasyl.

Boccalino und Butterfass

Weissküfer, Glasmacherin, Keramiker, Handweberin – begeistert vom Charme und der Vielfältigkeit althergebrachter Fertigkeiten hat Designasyl mit dem «Projekt Handwerk» traditionelle Techniken aufgegriffen, um sie für neue brauchbar zu machen.

Weissküfer, Glasmacherin, Keramiker, Handweberin – begeistert vom Charme und der Vielfältigkeit althergebrachter Fertigkeiten haben die Designerinnen Nicole Lehner und Luzia Kälin von Designasyl mit ihrem Projekt Handwerk traditionelle Techniken aufgegriffen, um sie für neue brauchbar zu machen. Ihre Arbeiten sind aktuell im Showroom Eco Design an der Zürcher Binzallee ausgestellt.
Die beiden Designerinnen haben etwa mit der Appenzeller Weissküferei Mösli eine Produktserie für das Badezimmer entwickelt. Gebogene Reifen, die traditionellerweise Melkkübel umfassen, werden als Spiegelrahmen eingesetzt. Schnitzereien zieren einen Badvorleger und eine Seifenschale, und Frotteewäsche wird an gedrechselten Knöpfen aufgehängt. Die neuen Formen sollen dem alten Handwerk ein frisches Gesicht verleihen, ist der Beruf des Weisküfers doch vom Aussterben bedroht, weil hygienische Vorschriften Holzgefässe wie Brennte und Butterfass aus der Milch- und Alpwirtschaft vertrieben haben. Ebenso haben sie den Boccalino, das traditionelle Tessiner Weingefäss überarbeitet, mit der Handweberei Manufactura Tessanda im Val Müstair Decken und Kissen gewebt und die Reticello-Technik aus dem 16. Jahrhundert neu interpretiert – dabei werden Glasfäden in transparentes Glas eingeschmolzen. Was sie dabei gelernt haben? Sie mussten sich auf die verschiedenen Techniken einlassen, brauchten Zeit und Geduld: «Es ging nicht alles immer so schnell, wie wir es uns aus dem Alltag gewohnt sind», sagt Nicole Lehner. 

Kommentare

Kommentar schreiben
Ich kann das Bild nicht lesen