Sechzehn Mal schwarz: Verschiedene Pigmentmischungen sind der Grundstein von kt.colors neuer Schwarz-Kollektion. Fotos: Susanne Stauss

Beinschwarz und Champagnerkreide

«Schwarz gilt als Endpunkt des Farbspektrums», erklärt Katrin Trautwein, Chemikerin und Gründerin der Farbmanufaktur kt.color in Uster. Zusammen mit der niederländischen Designerin Hella Jongerius hat sie einen schwarzen Regenbogen entworfen: Sechzehn Farben, die alle auf dem Beinschwarzpigment aufbauen.

Die Designerin Hella Jongerius hat mit kt.color eine ungewöhnliche Farbkollektion mit sechzehn Schwarztönen entworfen.«Schwarz gilt als Endpunkt des Farbspektrums», erklärt Katrin Trautwein, Chemikerin und Gründerin der Farbmanufaktur kt.color in Uster. Zusammen mit der niederländischen Designerin Hella Jongerius hat sie einen schwarzen Regenbogen entworfen: Sechzehn Farben, die alle auf dem Beinschwarzpigment aufbauen — ein natürliches Pigment, das aus verkohlten Knochen hergestellt wird. «Es ist die Farbe mit dem grössten Dunkelanteil. Schaut man sich Farbkarten aus der Zeit vor dem Zweiten Weltkrieg an, findet man eine grosse Palette von Schwarztönen.» Beispiel dafür sind die Baumann-Prase Farbkarten von 1912 bis 1940 des Malermeisters Otto Prase und Farbkartenherstellers Paul Baumann. Darauf sind viele fastschwarze Farben zu sehen. Und anders als heute, sind diese Schwarztöne nicht einfach ein Gemisch aus hell und dunkel, sondern bunt. «Beim Betrachten dieser alten Farbkarten bekam ich den Eindruck, dass die verbreitete Angst vor dunklen Farben eine neuzeitliche Erscheinung ist», stellt Katrin Trautwein fest. Sie erklärt, dass zum Beispiel Le Corbusier in seiner Architektur unbesorgt dunkle Tönen einsetzte. «Die Treppenhäuser der Villa La Roche oder der Maison Blanche sind dunkel, und so hat er den Aufgang innerhalb des Hauses von Dunkel zu Hell mit dem Farbeinsatz zusätzlich betont und erlebbar gemacht», erzählt Trautwein. Dunkle Töne in der Architektur haben zudem die Eigenschaft, dass sie Wände und Decken zum Verschwinden bringen oder davor platzierte Möbel und Gemälde wie auf einer Bühne zur Geltung bringen.Diese Feststellungen hat Katrin Trautwein vor einer Weile der Designerin Hella Jongerius erzählt, als sie die Farbmanufaktur in Uster besuchte. Die Chemikerin hatte ein Interview mit der Designerin gelesen und ihr kurzerhand geschrieben, das...
Beinschwarz und Champagnerkreide

«Schwarz gilt als Endpunkt des Farbspektrums», erklärt Katrin Trautwein, Chemikerin und Gründerin der Farbmanufaktur kt.color in Uster. Zusammen mit der niederländischen Designerin Hella Jongerius hat sie einen schwarzen Regenbogen entworfen: Sechzehn Farben, die alle auf dem Beinschwarzpigment aufbauen.

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