Installation von Christopher T. Hunziker vor dem Gewerbemuseum Winterthur Fotos: Marc Dahinden / Der Landbote

Auf Biegen und Brechen

Vor dem Gewerbemuseum Winterthur leuchtet seit ein paar Tagen eine begehbare Holzlaterne den Besuchern den Weg. Die kreisrunde Skulptur des Plastikers Christopher T. Hunziker ist mit dem «dukta»-Verfahren hergestellt worden und ist Teil der Ausstellung «wood loop — auf biegen und brechen».

Um Holz zu formen, wurden vielfältige Verfahren entwickelt, die heute dank Computer und modernster Fertigungsanlagen durch neue technische und gestalterische Erfindungen ständig erweitert werden. Die Ausstellung «wood loop — auf biegen und brechen» zeigt -historische und aktuelle Beispiele von geformtem Holz: Designklassiker von Michael Thonet, Alvar Aalto und Charles & Ray Eames oder zeitgenössische Interpretationen von Martino Gamper, Johannes Hemann, «breaded Escalope» aus Wien, aber auch das Studio Pablo Reinoso aus Paris sind vertreten. Die Schau gibt Einblick in verschiedene Verfahren, in die Produktion von Formholz und vermittelt mit Experimenten, Exponaten und Installationen aus Architektur, Kunst und Design das Potenzial des Materials.
Ein weiterer Bereich ist «dukta» gewidmet. Dieses Einschneideverfahren zur Flexibilisierung von Holz und Holzwerkstoffen entwickelten die Schweizer Gestalter Christian Kuhn und Serge Lunin. Es ist vielversprechend, weil Produkte und Systeme geschaffen werden können, die bisher aus technischen oder wirtschaftlichen Gründen nicht realisierbar waren.
Christopher T. Hunzikers kreisrunde Skulptur schliesslich, ist Teil von «Atelier dukta», worin Designerinnen, Architekten und Künstler eigens für die Ausstellung Projekte entwickelt haben. Und auch das Rahmenprogramm erkundet neue Ansätze der Holzverarbeitung. Den Auftakt macht das Designstudio «breadedEscalope» mit der Produktion der Nullserie des «Winterthurer Sessels», den es fürs Gewerbemuseum entwickelt hat. Vom Dampfbiegen über die Montage bis hin zur Verpackung werden alle Stationen vor Ort durchgespielt.


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