Schlicht, bequem, kreislauffähig: Der Sessel ‹Ensō› ist ein Gemeinschaftsprojekt von Lehni und Qwstion. Fotos: Lorenz Cugini

An die ‹gute Form› angeknüpft

Das Schweizer Traditionsunternehmen Lehni und der Taschenhersteller Qwstion aus Zürich haben gemeinsam mit dem Designer Frédéric Dedelley den Sessel ‹Ensō› realisiert.

Mit Aufräumtipps schaffte es die Japanerin Marie Kondo auf die Liste der hundert einflussreichsten Menschen im ‹Time Magazine›. Seither zelebrieren Tausende von Menschen ihre spärlich eingerichteten Wohnungen auf Instagram. Der postmoderne Minimalismus weckt aber auch Kritik: Nackte Wände wirkten kühl, heisst es, die Gemütlichkeit karger Sofas entspreche eher einer Gerichtsbank als einer weichen Umarmung. Schliessen sich Komfort und Minimalismus also aus? Der Sessel ‹Ensō› beweist das Gegenteil. Das Schweizer Traditionsunternehmen Lehni und der Taschenhersteller Qwstion aus Zürich haben ihn gemeinsam mit dem Designer Frédéric Dedelley realisiert. Der Westschweizer erhielt vor zwei Jahren eine Carte blanche von Lehni. Nachdem er für Lehni bereits den Aluminiumschrank ‹Haïku› (2004) und die Leuchte ‹Hikaru› (2005) entworfen hatte, entschied er sich diesmal für ein Sitzmöbel: Das Design greift Andreas Christens Stapelstuhl ‹Elox› (1996) auf, ergänzt um ein Stück Stoff. «Das hat Qwstion ins Spiel gebracht», sagt Dedelley, «die beiden Unternehmen teilen die gleichen Werte». Lehni verwendet seit 1964 recyceltes Aluminium; der von Qwstion entwickelte Stoff ‹Bananatex› wird aus Bananenstauden gewonnen, die ohne Bewässerung, Dünger und Pestizide wachsen. Eine Panamabindung macht das kompostierbare Gewebe weich und robust zugleich. Der Name des Sessels verweist auf seine kreislauffähigen Materialien – ‹Ensō› bedeutet im Japanischen Kreis. Sechs geschwungene Aluminiumprofile, vier Verbindungselemente und zehn Schrauben geben die Form vor, der waschbare Sitzbezug lässt sich ohne Hilfsmittel auf- und abspannen. Die stapelbare Konstruktion passt für drinnen wie draussen, ist leicht und überraschend bequem. Spielerisch wirken an dem schnörkellosen Entwurf nur der Einsatz der Farben. Das Aluminium ist farblos, bronzefarben oder schwarz eloxiert,...
An die ‹gute Form› angeknüpft

Das Schweizer Traditionsunternehmen Lehni und der Taschenhersteller Qwstion aus Zürich haben gemeinsam mit dem Designer Frédéric Dedelley den Sessel ‹Ensō› realisiert.

E-Mail angeben und weiterlesen:

Dieser Beitrag ist Teil unseres Abos. Trotzdem möchten wir Ihnen Zugriff gewähren. Geben Sie uns Ihre E-Mail-Adresse und wir geben Ihnen unseren Inhalt – Deal?