Alles wie gehabt

Während des Salone del Mobile in Mailand gab es viel Schönes und noch mehr Banales zu entdecken. Zurück blieben vor allem Fragen.

Während des Salone del Mobile in Mailand gab es viel Schönes und noch mehr Banales zu entdecken. Zurück blieben vor allem Fragen.

Mailand rüstet sich, um den gutgekleideten Mann zu zelebrieren. Morgen beginnt die Milano Moda Uomo, während der die Modemacher Italiens den Stil für den Sommer 2023 definieren. Gerade vier Tage Pause gönnt sich die ruhelose Stadt, die vergangene Woche mit grossem Brimborium die 60. Edition des Salone del Mobile gefeiert hat.  2100 Aussteller bespielten ganze 20 Hallen, wo nebst Möbelmesse auch die Küchenschau Eurocucina sowie sechs weitere Ausstellungen stattfanden. Darunter auch der Salone Satellite, wo 600 junge Designschaffende aus 48 Ländern ihre Arbeiten zeigten. Über 370 000 Besucherinnen und Besucher strömten nach  Rho – beinahe so viele wie zu Prä-Pandemie-Zeiten. Nach zwei Ausfällen und einer stark reduzierten Version demonstrierte die Stadt ihre Stellung als Designmetropole mit voller Kraft. Die Rückkehr der grössten Möbelmesse der Welt bedeutet viel für die Wirtschaft der Lombardei, für Mailand. Man spürte, wie sehr sich die Menschen nach dem inspirierenden Treiben während der Designwoche gesehnt hatten. Der Fuorisalone lockte mit so vielen Präsentationen, Apéros und Talks, dass auch doppelt so viel Zeit und Ausdauer nicht ausgereicht hätten, alle zu besuchen. Attilio Fontana, Präsident der Region Lombardei, bekräftigte denn auch die «vollständige Rückkehr zur Normalität».  Man mag es verrückt finden, einen Event dieser Dimension als «normal» zu bezeichnen. Jedenfalls löst diese Aussage eine gewisse Ratlosigkeit aus: Weshalb die ökologische Transformation des Möbelsystems propagieren, wenn gleichzeitig hunderte von Marken tausende Neuheiten präsentieren? Ist back to normal in diesem Sinn wirklich wünschenswert? Meine Kollegin Susanna Koeberle schrieb letztes Jahr an dieser Stelle: «Eine Neubewertung des Giga-Anlasses Salone del Mobile war längst fällig. Die Pandemie hat dazu beigetragen, diese Reflexion ...

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