Reden wir von Garten, so meint Hans von Trotha das «Kunstwerk und Medium, in dem eine Gesellschaft ihr Verhältnis zur Natur formuliert», schreibt der Stadtwanderer.

Frankreichs Gärten

Hans von Trotha nimmt uns auf einen Spaziergang mit, der durch die Jahrhunderte und durch die Gärten rund um Paris führt. 

Das Buch heisst «Der französische Garten», müsste aber heissen «Frankreichs Gärten», denn erzählt wird nicht allein die Geschichte des Gartens, den wir den französischen zu nennen gewohnt sind, sondern die der Gärten in Frankreich, genauer rund um Paris. Doch selbstverständlich sind die beiden Modelle des französischen und des englischen Gartens die beiden Hauptdarsteller der Gartengeschichte, diesmal findet sie auf französischem Boden statt. Reden wir von Garten, so meint Hans von Trotha das «Kunstwerk und Medium, in dem eine Gesellschaft ihr Verhältnis zur Natur formuliert». Garten meint immer auch Grenze zur Umgebung, das Wort geht auf gher oder ghortos zurück, was den abgrenzenden Zaun bezeichnet. Bringen wir es hinter uns. Es gilt als abgemacht, dass der französische Garten mit seiner zentralistischen Geometrie eine Unterjochung von Natur und Mensch beabsichtige, während der englische mit seinen gewundenen Wegen und freistehenden Baumgruppen eine Verbeugung vor der natürlichen Freiheit sei. Absolutistischer Barock steht gegen freiheitsdurstige Aufklärung. Die freien Schweizer sind für die freie Natur und machen darum ihre Gartenwägli kurvig, sind aber, wenn sie in Versailles stehen, hingerissen und von einer höheren Macht berührt. Von Trotha schaut etwas genauer hin. Er beginnt im 19. Jahrhundert. Napoleon 3 und sein Präfekt Haussmann sahen in der Stadt Paris einen Wald, in den man Schneisen hauen musste. Diese Schneisen inszenierten sie wie Gartenarchitekten als Sichtachsen mit Monumenten als points de vues, ein Verfahren, das sie in Versailles gelernt hatten. Haussmann und die seinen brachten den Garten in die Stadt, wo er aus einem privaten Rückzugsort einen öffentlichen Raum gemacht hat. Andersherum, der Garten wurde auf dem Land geboren und war ein Pläsier des Königs und hohen Adels, nun wird er allen zugänglich und die Bürger spazieren dar...
Frankreichs Gärten

Hans von Trotha nimmt uns auf einen Spaziergang mit, der durch die Jahrhunderte und durch die Gärten rund um Paris führt. 

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