Horizontal gegliederte Fassaden mit Balkonbrüstungen aus durchbrochenen Betonfertigtei­len sind das Markenzeichen des Büros.

Wo Genf wohnt

An den Frères Honegger kommt in Genf niemand vorbei. Über 9000 Wohnungen baute das Architekturbüro allein in den Jahren zwischen 1950 und 1960 — Lebensraum für fast 35 000 Menschen.

Charakteristisch sind die Ensembles aus achtgeschossigen Scheiben­häusern, die über die ganze Stadt verstreut sind. Horizontal gegliederte Fassaden mit Balkonbrüstungen aus durchbrochenen Betonfertigtei­len sind das Markenzeichen des Büros. Eine eindrückliche Bildstrecke steht gleich am Anfang des Buches. Massenwohnungsbau? Ja, aber von einer oft hohen Qualität, wie die zahlreichen Beispiele im Buch zeigen. Anlass für die Publikation waren Untersuchungen der Denkmalpflege über den Wert der einzelnen Bauten und Siedlungen. Diese sind in weiten Teilen noch im Originalzustand erhalten, aber im Sanierungsalter angelangt. Die Kategorisierung von «aussergewöhnlich» bis «ohne Interesse» bildet eine Grundlage für den Umgang mit den Bauten der Gebrüder Honegger.

Honegger Frères. Architectes et Constructeurs 1930–1969. De la production au patrimoine. Sous la direction de Franz Graf. Editions Infolio, Gollion 2010, CHF 59.–

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