Cover von «Salzhunger» Fotos: Matthias Gnehm

Rohstoffe für die Megacity

In seiner neuen Graphic Novel «Salzhunger» erzählt Matthias Gnehm einen Politthriller über das Wachstum von Megacities, Rohstoffhandel, Korruption und Verrat. Schauplatz ist ein Slum im nigerianische Lagos.

In seiner neuen Graphic Novel «Salzhunger» erzählt der Zürcher Comiczeichner und Architekt Matthias Gnehm einen Politthriller über Rohstoffhandel, Korruption und Verrat. Schauplatz ist ein Slum im nigerianischen Lagos. Gnehm war fasziniert vom schnellen Wachstum der über 20 Millionen Einwohnern zählenden Megacity. Im Zuge des Gentrifizierung werden dort Slums von Polizei und Schlägertrupps geräumt. In den letzten Jahren wurden über 30.000 Menschen vertrieben. Gnehm schickt seinen stillen Protagonisten Arno Beder tief ins Slum Otodo Gbame. Es liegt in direkter Nachbarschaft des florierenden Viertels Lekki und muss den Neubauten weichen. Aus dieser Ausgangslage spinnt er einen spannenden Thriller.

Die Idee zu «Salzhunger» kam Gnehm bei seinen Recherchen zum Comic «Die kopierte Stadt» (Edition Hochparterre, 2014) der in Kunming spielt, Zürichs chinesischer Partnerstadt. Der Autor und Zeichner war schon damals tief beeindruckt von der gewaltigen Energie- und Baustoffmenge, welche der Boom der Megacities rund um die Welt verschlingt. So fand er zum Thema Rohstoffe. Eine Parallele zu «Die kopierte Stadt» ist auch die Melancholie des Helden Leo Lander, welche den «Salzhunger»-Protagonisten Arno Beder ebenso befallen hat. Doch am Schluss siegt der Mut und der Einsatz von Beder und er gewinnt den Kampf gegen ein global agierendes (Schweizer) Rohstoffunternehmen und entrinnt dem Netz aus Korruption und Verrat. Ein spannender Thriller, wie immer mit opulenten Architekturbildern – von Megacities und Slums.

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