Cover Architekturführer Schweiz

Mut zur Lücke?

Der neue Architekturführer Schweiz aus dem Callway Verlag füllt eine verlegerische Lücke und beansprucht, die «Besten Bauwerke des 21. Jahrhunderts» zu dokumentieren. Doch es fehlt der Wohnungsbau.

Wer die Auswahl für einen Architekturführer festlegt, der muss sich erstens auskennen und zweitens reduzieren können. Denn der Platz ist begrenzt und es gibt immer zu viele gute Objekte – auf alle Fälle immer mehr, als in ein Buch passen. Es geht dabei zuerst um die Zusammenstellung der relevanten Bauten einer bestimmten Zeitspanne in einer bestimmten geographischen Region, dann aber auch um die Skizze eine der Architekturszene beziehungsweise des Diskurses. Der neue Architekturführer Schweiz aus dem Callway Verlag will beides, schafft aber nur ersteres. Das Buch beansprucht im Untertitel, die «Besten Bauwerke des 21. Jahrhunderts» zu dokumentieren und füllt eine verlegerische Lücke – es gab seit dem «Architekturführer Schweiz», den der Werk-Verlag 1992 herausgab keine nennenswerten Nachfolger. Wie skizziert der Herausgeber Alexeander Hosch die Schweizer Architekturlandschaft? Als sehr vielfältig. Das Buch zeichnet den Bogen von vom WC-Häuschen zur Europaallee, vom Wanderbrüggli zur Energiezentrale. Überraschungen gibt es zwar kaum, doch die Auswahl ist solide. Bei der Vielfalt der Bautypen, die der Herausgeber Alexeander Hosch zusammengetragen hat, fällt allerdings ein grosser blinder Fleck auf: Der städtische Wohnungsbau, Königsdisziplin nicht nur im Züricher Wettbewerbswesen. Er ist praktisch abwesend. Von den 200 vorgestellten Bauten, sind nur eine Handvoll städtische Wohnhäuser: Der Hardturmpark von Gmür & Geschwentner in Zürich, das Wohn- und Geschäftshaus Falken von Burkard Meyer in Baden und das Volta Zentrum von Buchner Bründler in Basel. Zürcher Klassiker wie Gigon Guyers Brunnenhof oder Gmür & Steibs Paul-Clairmont-Strasse, Basler Referenzbauten wie Volta-Mitte von Christ & Gantenbein oder Wohnexperimente wie Mehr als Wohnen oder Kalkbreite, beide in Zürich, fehlen etwa. Hosch schreibt in seinem Vorwort zwar, dass er und sein Team ...
Mut zur Lücke?

Der neue Architekturführer Schweiz aus dem Callway Verlag füllt eine verlegerische Lücke und beansprucht, die «Besten Bauwerke des 21. Jahrhunderts» zu dokumentieren. Doch es fehlt der Wohnungsbau.

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