Vom handschriftlichen Entwurf bis zum Belegexemplar: aus dem Archiv von Walter Zschokke. Fotos: Margherita Spiluttini

Geordnete Gedanken

Ein Buch versammelt Texte des 2009 gestorbenen Architekturkritikers Walter Zschokke. Der im Aargau geborene Wahl-Wiener führte keine flotte Feder, doch von seiner Sorgfalt können wir alle lernen.

Bücher, die Texte eines Architekturkritikers versammeln, gibt es nicht wenige. Manche sind überflüssig, dieses nicht. Es gibt Einblick in das geschriebene Werk von Walter Zschokke, 1948 im Aargauischen geboren und 2009 in seiner Wahlheimat Wien zu früh gestorben. Uns ist er vor allem mit dem schönen gta-Buch über den Sustenpass in Erinnerung geblieben, seiner Doktorarbeit. Nach Architektur- und Bauingenieurstudium an der ETH Zürich wirkte er dort bis 1985 als Assistent von Adolf Max Vogt. In der Schweizer Architekturpresse schrieb er, auch im frisch gegründeten Hochparterre, und viel in der Wiener Tagespresse. Die jüngeren Architekten fanden seine Texte oft «zu trocken, zu eng am Gegenstand, zu akademisch beschreibend», erinnert sich Otto Kapfinger im Buch. Ein Dutzend Fotos Margherita Spiluttinis von Zschokkes Archiv, bestehend aus Heerscharen von Hängeregistern. Der Werdegang jedes seiner Texte ist dort zu verfolgen, vom ersten handschriftlichen Entwurf über die Transkription, den Korrekturen der Redaktion bis zum gedruckten Belegexemplar. Eine flotte Feder führte Walter Zschokke nicht, doch von seiner Sorgfalt können wir alle lernen.

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