Lowex buildung design

Für welchen Leser?

Hansjürg Leibundgut, nimmermüder Botschafter des emmissionsfreien Bauens, hat nach Langem nun seine eigene «Bibel» herausgebracht. Darin schlägt der Professor für Gebäudetechnik der ETH Zürich den grossen Bogen von der Urhütte zu dem von ihm entwickelten «ZE LowEx»-Gebäude.

Nach dem für physikalisch Unbegabte anspruchsvollen, von Formeln und Diagrammen gespickten Durchrattern der Grundlagen der Wärmeerzeugung stellt der Professor seinen Ansatz — keine CO2-Emissionen und nur geringe von aussen zugeführte Energie (Exergie) — dem Solarhaus, Solar-Passivhaus und Plusenergiehaus gegenüber. So weit, so theoretisch. Die zweite, anwendungsorientierte Hälfte des Buches widmet Leibundgut vier Pilotprojekten, allen voran dem Neubau seines eigenen Wohnhauses (B35), dann der Sanierung des Bürogebäudes HPZ auf dem Campus der ETH Zürich sowie  den geplanten Sanierungen eines Wohnhauses und einer Wohnsiedlung aus dem Jahre 1955. Der Leser kann Ansätze und Umsetzungen in Bildern und kurzen Texten nachvollziehen. Gemessene Werte findet er aber nicht, denn sie sind noch nicht erhoben. Auch erste Erfahrungen und damit einhergehende eventuelle Anpassungen fehlen, denn die hat Leibundgut zum Zeitpunkt der Buchproduktion noch nicht gemacht. Vielleicht hätte er also besser noch ein Jahr gewartet, denn dies hätte dem Buch, das nun vor allem Theoriebuch ist, gut getan und ihm die Dimension eines Handbuches mit Referenzwerten verliehen.

Hansjürg Leibundgut: Lowex buildung design. Für eine ZeroEmission Architecture. vdf Hochschulverlag, Zürich 2011, CHF 39.90

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