The Story of Eames Furnitres

Eames Furniture

In «The Story of Eames Furniture» hat die Autorin Marylin Neuhart die Geschichte in zwei grossformatigen, reich illustrierten Bänden ausgebreitet, auf 798 Seiten und in mehr als 2500 Abbildungen.

Noch Fragen? Sie zu stellen, verbietet sich von selbst: zu detailliert, kenntnisreich und mit persönlichem Engagement wird «The Story of Eames Furniture» erzählt. Die Autorin Marylin Neuhart hat die Geschichte in zwei grossformatigen, reich illustrierten Bänden ausgebreitet, auf 798 Seiten und in mehr als 2500 Abbildungen, und sie hat die Buchgestaltung gleich selber übernommen. Es ist die Biografie eines immer noch einfussreichen Korpus an Möbeln. Sie beschreibt Entwurfsprozesse, notiert, welche Mitarbeiterinnen in welcher Rolle daran beteiligt waren. Sie lässt die besondere Arbeitsatmosphäre im Office wieder aufleben und zeigt auf, wie die Beziehungen zu den wichtigen Herstellern entstanden. Persönlich ist ihr Blick, weil die Designerin und ihr Mann John Neuhart ab 1957 in verschiedenen Positionen im Eames Office tätig waren. Sie blieben auch nach dem Tod von Charles Eames 1978 und dem Ende seines Office der Witwe Ray und dem Werk verbunden. Aus der intimen Nähe entsteht keine Apologie, im Gegenteil: Neuhart, selber über achtzig, ist daran gelegen, mit ein paar Mythen aufzuräumen. Dazu gehört etwa auch, dass sie die Rolle von Ray als Designerin relativiert, die sie nach dem Tod von Charles für sich beanspruchte. Charles selber soll das Wort «kreativ» gehasst haben und die Funktion vor die Schönheit gestellt haben. Und sie zeigt, indem sie den Kollegen und Mitarbeitenden wie Eero Saarinen, Harry Bertoia, dem Schweizer Grafiker Herbert Matter oder Don Albinson viel Raum gewährt, was Design ausmacht: die Arbeit im Team.

Marilyn Neuhart, John Neuhart: The Story of Eames Furnitres. 2 Bde, Berlin: Gestalten, 2010, CHF 235.-

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