Dieses Buch ist eine Gelegenheit, sich das 19. Jahrhundert vorurteilslos anzusehen, schreibt Benedikt Loderer.

Das System Haussmann

Ein Buch wie ein Stromstoss, findet Loderer. Noch architektischer könne ein Buch nicht sein, schreibt der Stadtwanderer. «Paris – Haussmann. Modèle de Ville» – ein Flug zurück ins 19. Jahrhundert.

Ein Buch wie ein Stromstoss. Wenn ich darin blättere, bin ich elektrisiert. Noch architektischer kann ein Buch nicht sein. Ich fliege zurück ins 19. Jahrhundert, für mich das städtebaulich spannendste überhaupt, zu Georges-Eugène Baron Haussmann (1809-1891). Bisher war er für mich ein Gerücht. Klar, die Strassendurchbrüche, die waren gut für die Kartätschen des Kaisers und schlecht für die Barrikaden der Revolutionäre, sicher, Haussmann war ein Kleindespot und ein treuer Diener Napoleons - Napoléon le Petit, nicht le Grand - und selbstverständlich habe ich noch jenen Verachtungssatz Giedions im Hirn: «Hinter der regelmässigen und endlos erscheinenden Strassenfront herrscht, wie in einem vollgestopften Kleiderschrank, ein fürchterliches Durcheinander.» Anders herum, Haussmann war mir ein «Ja, aber». Ja, er hat Paris neu erfunden, aber wie es Egon Friedell zusammen fasste: «Ein neues Paris, als das getreue Abbild des zweiten Kaiserreichs: fassadenhaft, niederschreiend, künstlich und parve...
Das System Haussmann

Ein Buch wie ein Stromstoss, findet Loderer. Noch architektischer könne ein Buch nicht sein, schreibt der Stadtwanderer. «Paris – Haussmann. Modèle de Ville» – ein Flug zurück ins 19. Jahrhundert.

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