Forms of Practice 
German-Swiss Architecture 1980–2000.

Blick in den Rückspiegel

Viel wurde bereits geschrieben zur Schweizer Architektur vor der Jahrtausendwende, doch selten so umfassend wie in «Forms of Practice» von Irina Davidovici.

Viel wurde bereits geschrieben zur Schweizer Architektur vor der Jahrtausendwende, doch selten so umfassend wie in «Forms of Practice». Irina Davidovicis Buchfassung ihrer Dissertation ist ein analytischer Rückblick auf die Jahre 1980-2000. Ihre Recherche bietet einem internationalen Publikum, aber auch Schweizern einen kompakten Einstieg in den Architekturdiskurs der Deutschschweiz. Während man hierzulande meist auf die Alleinstellungsmerkmale der Protagonisten fokussiert, traut sich die Autorin Gemeinsamkeiten zu benennen und wagt den Versuch, den gemeinsamen kulturellen Nährboden zu analysieren. Schwerpunkte legt sie auf die Architekturausbildung an der ETH Zürich der 1970er Jahre mit dem prägnanten Lehrer Aldo Rossi und dessen Interesse an Typologie und Realismus; oder auf die solide Schweizer Baukultur mit dem Fokus auf Material und Konstruktion. Die Autorin erinnert daran, dass viele Konzepte – allen voran Reduktion und Minimalismus – ursprünglich als Akt der Verweigerung gegenüber Kommerzialisierung und Postmoderne gedacht waren. Damit schwingt im Buch auch etwas Wehmut mit: Über den Verlust einer gemeinsamen Stossrichtung und den schleichenden Verlust von intellektuellen und ethischen Inhalten in der Disziplin.

Irina Davidovici, Forms of Practice 
German-Swiss Architecture 1980–2000. gta Verlag, Zürich, 2012. CHF 64.80.-

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