Kurt Hauenstein blickt in einem Buch zurück. Sein Weg führte ihn vom Architekten in Zürich zum Dorfbaumeister in Graubünden.
Ein Architekt von Geblüt entwirft nicht nur Häuser, er sagt sich selber und der Welt und der Nachwelt, warum er was wie tut. Und also hat Kurt Hauenstein zusammen mit seiner Mitarbeiterin Lena Peters ein Buch herausgegeben. Gut neunzig Bauten führt sein Werkverzeichnis seit 1998 auf – diese Jahreszahl ist wichtig, denn es gibt ein Hauensteinleben vorher und nachher. «Vorher» war Zürich – auch da entstanden Häuser, die ein Buch hergäben. «Nachher» ist Fläsch, ein Dörflein im Churer Rheintal, wohin Kurt 1998 gezügelt ist.
Neunzehn der neunzig Bauten widmet Kurt Hauenstein einen grossen Auftritt im Buch. Sie zeigen, wie er mit seinem Atelier in den letzten 25 Jahren seinen Beruf als Dorfbaumeister entwickelt hat. In Graubünden und St. Gallen, vorab aber an seinem Wohn- und Arbeitsort Fläsch. Im Dörflein hat er über zwei Dutzend Häuser renoviert, um- und ein paar neu gebaut: Wohnhäuser, Weingüter, öffentliche Bauten, grosse Häuser und kleine wie die wohl schönste Station fürs Postauto, wenn nicht in der Welt, so doch in Graubünden. Auch in der Debatte um die Dorfplanung, die Fläsch vor 15 Jahren den Wakkerpreis eingebracht hat, war er massgeblich beteiligt und als Ratgeber hat er manch einen Knopf lösen helfen.
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Er kam aus der Stadt und wurde ein Dörfler und steigt immer wieder ins Auto – fort aus der Enge ins Unterland oder nach Italien. Ein Plan im Buch fasst sein Bauen für und mit dem Dorf zusammen. Zusammen mit Gion Caminada aus Vrin und Armando Ruinelli aus Soglio bildet Kurt Hauenstein das Dreigestirn der Dorfbaumeister in Graubünden. Und wie die zwei hat auch er dafür von der Regierung einen Kulturpreis des Kantons Graubünden erhalten. Und wie die zwei hat er seine Eigenart entwickelt – er studiert den Bestand und scheut sich nicht, ihm das Neue und auch Ungewohntes beizufügen. Mit Bedacht will er als Architekt ein Autor sein â€...
Aufs Dorf gekommen
Kurt Hauenstein blickt in einem Buch zurück. Sein Weg führte ihn vom Architekten in Zürich zum Dorfbaumeister in Graubünden.
01.12.2025 17:41