Nach dem Referaten begutachten die Besucher die Einbauteile von «CleanLine». Fotos: Gianfranco Rossetti
In Zusammenarbeit mit Geberit

Eau & Toilette

«Saubere Sache» hiess es am Brownbag-Lunch der Baumuster-Centrale: Während Geberit bodenebenes Duschen erklärte, referierte der Archäologe Urs Leuzinger über die Hygiene von Pfahlbauern.


«Saubere Sache» hiess es am Brownbag-Lunch der Schweizer Baumuster-Centrale: Während Geberit bodenebenes Duschen erklärte, referierte der Archäologe Urs Leuzinger über die Hygiene von Pfahlbauern und verdeutlichte, welchen Luxus unser heutiges Badezimmer darstellt.


«Seien Sie froh, bauen Sie im 21. Jahrhundert», kündete Stefan Baumberger den Besuchern das Referat des Archäologen Urs Leuzinger an, der in der Baumuster-Centrale über die hygienischen Verhältnisse in Pfahlbaudörfern und römischen Thermen berichten sollte. Doch mehr dazu später. Den Anfang des Brownbag-Lunchs «Saubere Sache» machte Geberits Verkaufsleiter Fabrizio Gessa. Sein Thema war bodenebenes Duschen. Er eröffnete mit abenteuerlichen Bildern undichter Systeme, die Bauschäden bis zu 700 000 Franken verursacht hatten.


Bodenebene Duschen sind ästhetisch und funktional gefragt, werden offenbar aber nicht immer sachgemäss installiert, weil deren Montage komplex ist. Auf dieses Bedürfnis reagiert Geberit mit verschiedenen Produkten, allen voran die «CleanLine», eine ebene Duschrinne, die sich ebenso einfach einbauen lässt wie normale Abläufe: «Wir haben ihre Installation gemeinsam mit Plattenlegern entwickelt.» Anhand verschiedener Bilder illustrierte Fabrizio Gessa den vereinfachten Einbau und die daraus resultierende Dichte, weil beim neuen System unter anderem die Fläche für die Abdichtung dreimal grösser ist als die Norm verlangt.


Es gibt die «CleanLine» in den Längen 30 bis 90 oder 130 Zentimetern in Edelstahl. Für mehr Materialauswahl ist sie seit Anfang Jahr auch möglich, sie mit Keramikplatten oder Naturstein zu befliesen. Faszinierend einfach ist schliesslich die Reinigung: Wer schon einmal eine herkömmliche Duschrinne geputzt hat, weiss, wie viel Schmutz sich unter der Abdeckung ansammeln kann. Weil es bei «CleanLine» keine verdeckten Kanten und schwer zugänglichen Ecken mehr gibt, lässt sie sich dank einem integrierten Kammeinsatz mit einem Handgriff reinigen. 


Luxus Badezimmer

«Jetzt wird es dreckig», leitete Stefan Baumberger nach so viel Hygiene das Referat des Archäologen Urs Leuzinger ein. Dieser lieferte ein launiges Kontrastprogramm und räumte als erstes auf mit dem idyllischen Bild von Pfahlbauer-Siedlungen, das Alfred Anker 1873 malte oder das Schweizer Fernsehen jeweils in seinen Sommerserien zeichnet. Bei Ausgrabungen wühle er sich durch Kadaver, Fäkalien oder Fischbandwürmer.

Auch die Wohlfühloasen der Römer seien den obersten zwei Prozent vorbehalten gewesen, wie Leuzinger anhand einer Therme aus dem englischen «Bath» zeigte. Es folgte eine Latrine aus Eichenholz, die er selbst in Stein am Rhein ausgrub und anhand der Jahrringe auf 77 nach Christi datierte. Ein schönes Exemplar seiner Arbeit war das rekonstruierte Badezimmer Napoleons, das sich im Schloss Arenenberg fand und das mit der Abwärme der Küche geheizt wurde. «Bodeneben», beschriebt er die in den Fussboden eingelassene Badewanne mit einem Augenzwinkern. 

Interessant schliesslich die Tatsache, dass Duschen ein Phänomen der Neuzeit sind und in Frankreich erst etwa 1860 eingeführt wurden – dann meistens, um möglichst viele Menschen günstig und in kurzer Zeit zu reinigen. Also in der Armee, in Waisenhäusern oder in Gefängnissen. Den Luxus «Dusche» wie wir sie heute kennen, bekam nach diesem Ausflug in die «stinkige Geschichte der sanitären Anlagen» – O-Ton Leuzinger – eine noch viel grössere Bedeutung, umso mehr auch ein elaboriertes Produkt wie die «CleanLine».

Der Brownbag-Lunch ist eine Veranstaltung der Schweizer Baumuster-Centrale Zürich.

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