Besucherinnen und Besucher inspizieren die Elemente in der Baumuster-Centrale in Zürich. Fotos: Gianfranco Rosetti
Im Auftrag von sperrag jago

Brandschutz mit Holz

Auch wo die höchste Brandschutzklasse gefordert ist, können Architektinnen und Architekten mit Holz arbeiten. Wie, zeigte Armin Schwegler vom Unternehmen sperrag jago mit Brandversuchen.

«Mit Holz gegen Feuer», stand auf der Einladung zum Brownbag-Lunch mit sperrag jago in der Baumuster-Centrale in Zürich. «Klingt ein bisschen komisch», sagte Armin Schwegler, Geschäftsleiter des Unternehmens, zur Begrüssung gleich selbst. Doch er zeigte, dass Architektinnen und Architekten auch dort, wo die höchste Brandschutzklasse gefordert ist, mit Holz in allen Variationen arbeiten können. Und dafür liess er es zunächst einmal brennen – per Beamer mit Zeitraffer-Videos.

Im proppenvollen Raum konnte das Publikum zuschauen, wie sich verschiedene Werkstoffe verhalten, wenn sie drei Minuten lang mit einem Bunsenbrenner beackert werden – gemäss Schwegler entspricht das in etwa einem 30-minütigen Brand. «Da geht schon einiges ab», kommentierte er das Resultat auf einer massiven Fichtenplatte mit Brandschutzklassifikation RF3 (mittelbrennbar). Zurück blieb hier eine schwarz glänzende, verkohlte Fläche mit tiefen Furchen. Auf eine OSB-Platte mit RF2 (schwerbrennbar) hatte das Feuer zwar keine gleich starke Wirkung, doch wie Schwegler erklärte, ist das Problem hier eine enorme Rauchentwicklung.

Den Feuertest bestand schliesslich eine mineralische Platte aus Vermipan, besser bekannt als Glimmer. Jetzt kam der springende Punkt für die Anwesenden: Eine solche Platte mit Brandschutzklasse RF1 (nicht brennbar) kann mit jeglichem Holzfurnier mit einer maximalen Dicke von 1.5 mm belegt werden und behält so den Status RF1. Sprich: Auch mit Holzverkleidung erreicht man optimalen Brandschutz. Das gleiche gilt für Gipsplatten, nur ist Vermipan bedeutend leichter. Dabei warnte Schwegler vor einem häufigen Fehler: «Der Leim zwischen Platte und Furnier darf nicht leicht brennbar sein!».

Auch wies er darauf hin, dass mit einer solchen Platte das Feuer zwar blockiert wird, auf der Rückseite aber Temperaturen von bis zu 400° Celsius entstehen. Hängt dort etwa ein Teppich, kann es auch ohne Feuer zu einem Brand kommen. Hier kamen isolierende Brandschutz-Bauteile der Firma ins Spiel, die in einem mit Lignum erarbeiteten Katalog detailliert beschrieben werden. Und wieder wies Schwegler auf ein klassisches Problem hin: dass etwa Deckenelemente mit Nägeln mit einer hohen Leitfähigkeit montiert werden, womit der Brandschutz zerstört wird.

Wie Brandschutz ohne Abstriche beim Entwurf gelingt, zeigten anschliessend Geneviève Bonnard und Denis Wœffray vom Walliser Büro Bonnard Wœffray. Sie stellten zwei Schulhausbauten im Wallis vor: In Châteauneuf entwarfen die beiden ein Schulhaus inmitten eines Gewerbegebiets mit hässlichen Einkaufskuben. In Salvan – hier kam das Prinzip «mit Holz gegen Feuer» zum Einsatz – steht die Schule in einem hübschen Dorfkern vor einer hübscher Bergkulisse. Für den Betonbau, der die lokale Topographie und Bautradition aufnimmt, wurde Material vom Steinbruch in Salvan verarbeitet, gelernt wird in Arvenzimmern. Das weiche Arvenholz wurde im unteren Bereich der Räume, wo die Kinder sich bewegen, zum Schutz mit Aluminium verkleidet. Diese markante Aluminiumverkleidung wurde in den Betongängen aufgenommen. Doch eine Aluminiumverkleidung in einem Fluchtweg, der brandsicher sein muss? Wie das geht, hatte das Publikum inzwischen begriffen: Hier setzten Bonnard Wœffray brandschutzsichere Vermipan-Platten von sperrag jago ein, die mit Aluminiumfolien überzogen wurden.

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