Die Aarauer Wolke

Rettet die Bahnhofplätze!

Landauf, landab spriessen riesige Bushofdächer aus dem Boden. Die Kehrseite dieses Luxus: Die raffinierten Dachmonster bringen reihenweise Bahnhofplätze zum Verschwinden.

Sind Sie Ihnen auch schon aufgefallen? Die Dachmonster, die unsere Bahnhöfe befallen? Eine Wolke in Aarau, ein Riesenpilz in Winterthur, ein fliegender Teppich in Wädenswil – es ist kaum noch zu fassen, was an Form und Grösse aufgestellt wird unter dem Titel Bushofdach.

Selbstverständlich sind alle perfekt geplant und gebaut. Doch was dabei kaum jemand merkt: Die Dachmonster bringen reihenweise Bahnhofplätze zum Verschwinden. Landauf landab perfekte Dächer, aber keine Plätze mehr. Ist das guter Städtebau? Nein, belegen wir im Septemberheft mit 15 Beispielen und liefern hier weitere Beweisbilder.

Für alle Fans der Aarauer Wolke: Dieser Film zeigt, wie sie aufgeblasen wurde.

(Korrektur zum Beitrag in Hochparterre 9/13: Beim Bushofdach Meilen wurde das Architekturbüro nicht korrekt genannt. Richtig ist Oliver Schwarz Architekten und Margreth Blumer Architektin, Zürich. Wir entschuldigen uns für das Versehen.)

close

Kommentare

Egon 05.09.2013 20:14
Au mann, schrecklich. Zeitgeist wie die Kreiselmitten, die alle auf Teufelkommraus budgetiert und besetzt werden mussten. In 20 Jahren wird man das Zeugs alles wieder abreissen, weil mans nicht mehr sehen kann. Als Entschuldigung werden glücklicherweise geänderte Bedürfnisse angeführt werden können.
ds 10.09.2013 12:34
Endlich mal Klartext - Danke! ...doch bleiben die Dachmonster trotzdem...
Mirko Beetschen 10.09.2013 16:12
Diese Monster sind mir schon lange ein Dorn im Auge. Das grösste habt ihr übrigens nicht gezeigt - die Berner "Welle"! Auch der Bahnhofplatz am Interlakner Westbahnhof soll, wenn es nach den Planern geht, lustige pflanzenartige Gebilde als Bus-Terminals erhalten. Dafür soll die 100jährige Platanenreihe weichen - Bäume, die natürlichste aller Bedachungen. Ich hoffe, die Abstimmung diesen September fällt zu Ungunsten dieses Projekts aus.
Claudia Moll 11.09.2013 12:53
wirklich ein sehr guter Text und obwohl die Aufzählung der Monster erschreckend ist, auch sehr lustig. Ich hoffe, er wird etwas bewegen!
Andreas Konrad 12.09.2013 18:00
Zumindest dem eleganten Winterthurer Pilz muss man zugute halten, dass es den kupfernen Coop-Stink verdeckt, der sich Einkaufszentrum schimpft. Das braune Ding schreit geradezu nach Abriss oder Verbesserung!
Jørg Himmelreich 13.09.2013 13:36
Eure Argumentation greif zu wenig weit zurück... Der Bahnhofsplatz ist als "Möglichkeitsraum" für urbanes Leben längst verschwunden, als er allerorts von den Busbahnhöfen in Beschlag genommen wurde. Die Dächer sind nun die logische überfällige Artikulation des Zwillings Eisenbahnbahnhof/Busbahnhof. Vielleicht müsstet Ihr eher die Nutzung der Plätze als Bushaltestellen attackieren? Aber als erklärte Freunde des ÖVs macht Ihr dieses Fass lieber nicht auf?! :)
Jørg Himmelreich 13.09.2013 13:36
Eure Argumentation greif zu wenig weit zurück... Der Bahnhofsplatz ist als "Möglichkeitsraum" für urbanes Leben längst verschwunden, als er allerorts von den Busbahnhöfen in Beschlag genommen wurde. Die Dächer sind nun die logische überfällige Artikulation des Zwillings Eisenbahnbahnhof/Busbahnhof. Vielleicht müsstet Ihr eher die Nutzung der Plätze als Bushaltestellen attackieren? Aber als erklärte Freunde des ÖVs macht Ihr dieses Fass lieber nicht auf?! :)
Patrick Pauli 18.09.2013 20:27
@Himmelreich, in meinen Augen ist das einfach schlechte Architektur.
M. Jarema 25.10.2013 15:04
Ich finde, der Platz vor dem Bahnhof gehört zuallererst den Fussgängern und diese wollen meist umsteigen, daher ist die Platzierung eines Busbahnhofes auf dem Bahnhofplatz nur logisch. Die Ausgestaltung ist dann natürlich eine andere Frage!! In Biel zankt man sich über die Gestaltung des Bahnhofplatzes und will am liebsten gar keinen öV vor dem Bahnhof und das verstehen sie dann als öV-Förderung. Nein, Danke!
Katharina Marchal 27.05.2014 15:01
Liebe Rahel, das Busbahnofsdach möglichst auffällig zu gestalten, scheint ein Nebeneffekt des sogenannten Standort-Marketings. Um so spezieller, um so eher erinnern sich die An- und Abreisenden daran - positiv oder negativ. Die Kritik ist gut und richtig, wenn man auch positive Beispiele nennen kann. Ich bin keine Hochparterre Abonnentin, deshalb die Frage, hast du auch gelungene Bahnhofsplatz-Gestaltungen in deiner Liste aufgeführt?
Kommentar schreiben
Ich kann das Bild nicht lesen