Gut oder hässlich? Peter Grundmanns ausgezeichnetes Zentrum für Kunst und Urbanistik in Berlin

Zu wahr, um schön zu sein?

Die NZZ ist von allen guten Kritik-Geistern verlassen. Der Feuilleton-Chef schreibt, in der Architektur sei hässlich das neue Gut. Und er wünscht sich die gute alte Stadt zurück.

Warum schreiben wir? Um gut Gestaltetes zu befördern. Um zu erklären, warum etwas so ist, wie es ist. Wir glauben daran, dass man sehen lernen kann, wenn man will. Sehen, um auch weniger gefällige, aber sinnhafte Dinge zu verstehen – und schön zu finden. Die NZZ stand lange für diese Auffassung von Architekturkritik. Am 17. Februar hat sie sich definitiv davon verabschiedet. An diesem Tag erschien der Artikel «Hässlich gilt als gut» von Rico Bandle. Den Beitrag des neuen Feuilleton-Chefs zusammenzufassen ist gar nicht so leicht, denn er schmeisst alles in einen Topf, was irgendwie mit Architektur und Publikumsgeschmack zu tun hat: von ‹Ornament und Verbrechen› bis zu gleichgeschalteten Architekturstudierenden, von den «brutalistischen Massenbauten» Le Corbusiers bis zu den «eintönigen, schachtelförmigen Wohnblöcken» von heute. Das grosse Übel begann nach Bandle, «als der schlichte, rationale Bauhaus-Stil den verschnörkelten Jugendstil ablöste.» Auf diesem Niveau geht’s weiter. ###Media_2### Sozial-ökologisches Preisrichter-Milieu Der Anstoss für den Artikel war ein anderer, der zwei Wochen vorher in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung (FAZ) erschienen war. «Sehen so die besten Bauten in ganz Deutschland aus?» fragt dort der stellvertretende Leiter des Feuilletons Matthias Alexander. Mit Blick auf die Projekte, die das Deutsche Architekturmuseum mit dem «DAM Preis für Architektur» ausgezeichnet hat, konstatiert der Autor «Abwesenheit von Schönheit» durch die «Engstirnigkeit des sozial-ökologisch orientierten Preisrichter-Milieus». Das Ergebnis: «Lauter Zweckbauten, die einen schäbigen Eindruck machen», sekundiert Rico Bandle in der NZZ. Ästhetik zähle in der Architektur schon lange nicht mehr, stattdessen anderes, «etwa soziale oder ökologische Aspekte». Was er mit «Schönheit» genau meint, legt Bandle nicht offen, so als gebe es eine...
Zu wahr, um schön zu sein?

Die NZZ ist von allen guten Kritik-Geistern verlassen. Der Feuilleton-Chef schreibt, in der Architektur sei hässlich das neue Gut. Und er wünscht sich die gute alte Stadt zurück.

E-Mail angeben und weiterlesen:

Geben Sie uns Ihre E-Mail-Adresse und wir geben Ihnen unseren Inhalt! Wir möchten Ihnen gerne Zugriff gewähren, obwohl dieser Beitrag Teil unseres Abos ist.