Unsere Umfrage zeigt: Die Arbeitsbedingungen in der Architektur sind so bedenklich, wie es zu erwarten war. Doch je nach Geschlecht, Nationalität und Position sieht die Welt anders aus. Ein Erklärungsversuch.
Von Baukunst und Burnout
Unsere Umfrage zeigt: Die Arbeitsbedingungen in der Architektur sind so bedenklich, wie es zu erwarten war. Doch je nach Geschlecht, Nationalität und Position sieht die Welt anders aus. Ein Erklärungsversuch.
Fotos: Yves Krähenbühl
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«Der Beruf ist wunderbar, aber undankbar – wir machen uns krank.» So resümiert eine Person in unserer Umfrage zu den Arbeitsbedingungen in der Architektur. Tatsächlich verdienen 70 bis 80 Prozent der befragten Architekt*innen weniger als den Schweizer Medianlohn für Hochschulabgänger*innen. Frauen sind in höheren Hierarchieebenen untervertreten, haben deutlich öfter arbeitsbedingte Gesundheitsprobleme und scheinen die Branche ab Alter 45 häufiger zu verlassen als Männer. Büroinhaber*innen arbeiten am meisten, sind dabei am seltensten aufgrund der Arbeit krank und sehen alles deutlich positiver. Die kleinsten Büros zahlen zwar am wenigsten, haben jedoch die zufriedensten Angestellten. Und obwohl die Lohnzufriedenheit astronomisch tief liegt, ist der Blick auf die Bürokultur durchaus positiv.
Viele der Umfrageergebnisse waren vorhersehbar. Doch obwohl zahlreiche Anekdoten kursieren, gibt es nur wenige Fakten über die Arbeitsbedingungen in der Architektur. Abgesehen von einer Lohnerhebung aus dem Jahr 2017 kann der Berufsverband SIA «keine repräsentativen Daten und Angaben» liefern. Beim Bundesamt für Statistik ist die Berufsgruppe der Architekt*innen oft mit Ingenieursdisziplinen oder der gesamten Bauwirtschaft vermischt. Auch deshalb sind die 1657 umfassenden Antworten zu unserer Umfrage aufschlussreich. Sie decken fünf Themenbereiche ab: Vergütung und Sozialleistungen, Arbeitszeit und Belastung, Gesundheit und Wohlbefinden, Kommunikation und Kultur, Zufriedenheit und Motivation.
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Danke! Wunderbar! Endlich! Das waren die Reaktionen der Teilnehmer*innen. Während wir uns stundenlang mit Excel-Tabellen befassten und nach Vergleichszahlen suchten, fragten wir uns: Was läuft gut, was nicht? Was ist in der heutigen Arbeitswelt ein «normales» Strukturproblem, was ist spezifisch für die Diszipli...
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