Das Erstlingswerk von Flurina Badel hat den Bündner Literaturpreis 2025 gewonnen.
Im Unterengadin fehlt Erstwohnraum: Einheimische müssen Luxusresidenzen weichen, das Dorfleben verkümmert. Ein Roman spricht über den Schmerz, wenn die Heimat zerfällt.
Im Roman ‹Nebelflüchtige› beschreibt die Unterengadiner Schriftstellerin Flurina Badel den Moment, in dem es für einen keinen Platz mehr hat im Heimatdorf. Protagonistin Aita hat das Unterengadin verlassen und in Wien ein neues Leben angefangen. Als sie nach dem unerwarteten Tod ihrer Mutter ins Bergdorf zurückkehrt, hat sich vieles verändert: Die Engadiner Häuser werden zu horrenden Preisen als Zweitwohnungen verkauft, Einheimische müssen weichen. Mit ihnen verschwindet ein Teil des Dorflebens, die Kultur und die Sprache. Während Aitas Brüder vom Luxusimmobilienmarkt profitieren möchten, kämpft ihr Schulfreund Luis gegen die Transformation zum leblosen Feriendorf an. Das rätoromanische Erstlingswerk über den Schmerz am Verlust des eigenen Dorfes, mit dem Badel den Bündner Literaturpreis 2025 gewonnen hat, erscheint im März 2026 unter dem Titel ‹Nebelflüchtige› auf Deutsch.
Was die Protagonistin im Buch beschäftigt, beschäftigt die Autorin im realen Leben: Badel ist Mitgründerin des Vereins ‹Anna Florin›, der sich für lebendige und bezahlbare Dörfer stark macht. Anna Florin ist nicht nur die Anlaufstelle für die vielen emotionalen Anliegen der Einheimischen, sondern steht aktiv mit den Gemeinden und lokalen Bewegungen im Austausch, um konkrete Lösungen zu finden. Seit 2025 wirkt Anna Florin, als Teil eines im Auftrag des Bundesrats eingesetzten Begleitgremiums, auch auf nationaler Ebene mit. Das Gremium erarbeitet Vorschläge, wie sich Erstwohnraum in touristischen Gebieten schützen und fördern lässt....
Verkauf des Unterengadins
Im Unterengadin fehlt Erstwohnraum: Einheimische müssen Luxusresidenzen weichen, das Dorfleben verkümmert. Ein Roman spricht über den Schmerz, wenn die Heimat zerfällt.
27.01.2026 13:25