Vergangenheit mit Zukunft

Das Zentrum des Stockholmer Vororts Vällingby ist eine Reise wert: wegen seiner Architektur aber auch wegen seinem zukunftsweisenden Konzept aus der Vergangenheit. Eine Bildschirmreise in den Norden

Fotos: Werner Huber

Das Zentrum des Stockholmer Vororts Vällingby ist eine Reise wert: wegen seiner Architektur aber auch wegen seinem zukunftsweisenden Konzept aus der Vergangenheit. Eine Bildschirmreise in den Norden

Vällingby, ein Stadtteil im Nordwesten des Stockholmer Zentrums, war die erste ‹ABC-Stadt› Schwedens. ABC steht für Arbete, Bostad, Centrum - Arbeit, Wohnen, Zentrum – und bedeutet, dass die Menschen innerhalb eines relativ kleinen Radius all ihre Bedürfnisse abdecken können. Die Satellitenstadt entstand in der zweiten Hälfte der 1950er-Jahre und zählte bald 25 000 Einwohner. Die Planung stammt aus der Feder des Stockholmer Architekten Sven Markelius. In der Mitte liegt ein grosser Zentrumsbereich mit der U-Bahn-Station. Darum herum gruppieren sich Hochhäuser, umgeben von weiteren Wohnsiedlungen. ###Media_2### ###Media_3### Die Idee, dass die Vällingbyer in ihrem  Ort auch arbeiten, hat zwar nie funktioniert. Obschon in der Gegend auch zahlreiche Arbeitsplätze angesiedelt wurden, pendelten die meisten Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer weg. Doch insgesamt hat sich Vällingby bewährt und gehört zu den beliebtesten Vororten Stockholms. ###Media_4### ###Media_5### ###Media_6### ###Media_7### ###Media_8### Eine Reise Wert ist Vällingby insbesondere wegen seinem Zentrum. Rund um einen zentralen Platz gruppierten die Architekten Backström & Reinius die für ein Stadtzentrum nötigen Gebäude: die U-Bahn-Station, ein offenes Ladenzentrum und kulturelle Einrichtungen. Nach einem langen Niedergang wurden die Gebäude vor rund 15 Jahren saniert und mit einem Neubau ergänzt. Wer heute nach Vällingby Centrum fährt, kann in einer weitgehend originalgetreuen Fünfzigerjahre-Kulisse flanieren. Störend ist einzig das grobschlächtige Glasdach, das die eine Ladenstrasse überdacht, aber immerhin konnte man so vermeiden, dass der Aussenraum zur Indoor-Shopping-Mall wurde. Neben dem alten Zentrum steht ein Neubau von 2003 von Architekt Gert Wingårdh. Weshalb dieses Gebäude am World Architecture Festival in Barcelona zum weltbesten Einkaufszentrum gekürt wurde, ist ...

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