Umbau an der Schmerzgrenze

Bard Yersin Architectes verwandeln alte Freiburger Landwirtschaftsbauten in unkonventionelle Wohn- und Arbeitsräume. Ihr jüngstes Projekt: ein Umbau in Vuisternens-devant-Romont.

Fotos: Willem Pab

Bard Yersin Architectes verwandeln alte Freiburger Landwirtschaftsbauten in unkonventionelle Wohn- und Arbeitsräume. Ihr jüngstes Projekt: ein Umbau in Vuisternens-devant-Romont.

Zunächst wirkt es wie ein für das Freiburger Mittelland typischer Bauernhof: Ein imposantes Ziegeldach vereint Wohnhaus, Scheune, Tenn und Viehställe. Vor der Südfassade rahmen Obstbäume den traditionellen Bauerngarten ein, den Hintergrund bildet eine sanfte Hügellandschaft. Nähert man sich jedoch dem Hof, der einen Kilometer ausserhalb von Vuisternens-devant-Romont und etwas abseits der Hauptstrasse liegt, bekommt das vertraute Bild Risse.  Die grossflächigen Verglasungen lassen neuzeitliche Wohnräume hinter dem alten Tenntor erahnen. Ach ja, die altbekannte «Box in the Box», die ein Bauernhaus im Handumdrehen in eine Landvilla verwandelt, will man die Sache etwas gelangweilt abhaken. Allerdings ist die Giebelfassade des Wohnhauses vollflächig mit transparentem Wellkunststoff verkleidet, hinter dem sich nichts weiter als ein Holzgerüst und ein grosser Luftraum abzeichnen. Das macht die Sache schon interessanter. In der Einfahrt warten David Bard und Thibault Yersin. Sie haben sich in den vergangenen Jahren mit der Umnutzung alter Landwirtschaftsbauten in der Region einen Namen gemacht – nicht, weil es so geplant war, sondern weil ein Auftrag zum nächsten führte. Nach dem Architekturstudium an der Fachhochschule Westschweiz (HES-SO) in Freiburg 2019 gründeten die zwei gelernten Hochbauzeichner ihr Büro in Romont. Mit Dutzenden von Jungbüros um einen Wettbewerbssieg buhlen? Das kennen sie kaum. Direktaufträge in der Region bringen Arbeit genug, um sechs Angestellte und zwei Lernende zu beschäftigen. So auch der Umbau in Vuisternens-devant-Romont.  Als ein älteres Ehepaar mit Wurzeln in der Region den Hof kaufte, befand er sich in einem schlechten Zustand. Das Ziel war es, das Haus bewohnbar zu machen und einen Permakulturbetrieb aufzubauen. Über eine Bekannte gelangten sie an das Duo Bard Yersin. ###Media_3### Die Grundfläche von Stall und Scheune s...

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