Volles Haus an der Vernissage der Ausstellung ‹Stadthotel Triemli› im Zentrum Architektur Zürich, kurz ZAZ. Fotos: ZAS*

Triemli soll bleiben

Am Donnerstagabend öffnete die Ausstellung ‹Stadthotel Triemli› in Zürich ihre Tore. Die ZAS* zeigt im Zentrum Architektur Zürich 45 Visionen, wie die drei Personaltürme des Spitals noch zu retten wären.

«Wir alle sind die Stadt», so die lapidare Erklärung der nicht ganz so alltäglichen Situation: 45 Teams nehmen an einem Ideenwettbewerb teil, obwohl die betreffende Aufgabe rein fiktiv ist, utopisch oder, wie die Auslobenden es nennen, «spekulativ». Das ist die ZAS*, die Zürcher Arbeitsgruppe für Städtebau, Genderstern. Wir alle sind Zürich, proklamieren sie, und darum haben wir auch die Legitimation, ja vielleicht sogar die Pflicht, mitzumischen. Heisst hier: den beschlossenen Abriss der drei ehemaligen Personalhäuser des Stadtspitals Triemli frech zu ignorieren und ihm Ideen gegenüberzustellen. Viele Ideen. 45 Entwürfe sind eingegangen, ernsthafte und lustige, detaillierte und knappe, pragmatische und akademisch-konzeptuelle. Ihre Verfassenden kommen nicht etwa nur aus der Generation Z; neben Teamnamen wie ‹1 Planet ist genug› oder ‹Träumerbande› lesen wir auch: Pascal Flammer, Pool, Fuhrimann Hächler oder Muck Petzet. Dass auch Valerio Olgiati teilgenommen habe, entpuppt sich allerdings als bierlauniges Gerücht. Alle Plakate hängen an Baustellengittern – jeweils QR-markiert, denn ein Online-Archiv macht sie alle für jeden zugänglich. An einer öffentlichen Jurierung am 1. Dezember wählte die Jury fünf exemplarische Projekte aus. Philippe Koch, Professor für urbane Prozesse und Stadtpolitik, stellte sie an der Vernissage kurz vor. Jeder Entwurf kann etwas anderes: Er hinterfragt aktuelle Wohnstandards oder unterscheidet zwischen Hard- und Software, er kratzt an der Oberfläche oder feiert mit Udo Lindenberg eine Party. Alle Projekte, nicht nur die siegreichen fünf, zeigen zusammen auf: Die bauliche Substanz ist gut, ein Weiterleben der drei Hochhäuser ist möglich. Die Projekte liefern Argumente gegen einen «Abbruch auf Vorrat», oder, wie sich die Auslobenden freuen: ein «Argumentarium». Die Resonanz zeigt: Thema und Triemli brennen vi...
Triemli soll bleiben

Am Donnerstagabend öffnete die Ausstellung ‹Stadthotel Triemli› in Zürich ihre Tore. Die ZAS* zeigt im Zentrum Architektur Zürich 45 Visionen, wie die drei Personaltürme des Spitals noch zu retten wären.

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