Die aktuell starke Nachfrage erschwere – etwa in Zürich – eine echte Auseinandersetzung mit Baukultur, da nahezu alles vermarktet werden könne, eines der Voten am Podium zu Rendite und Baukultur.
An der 5. Tagung der Stiftung Baukultur diskutierten Fachleute aus Forschung, Planung, Immobilienwirtschaft und öffentlicher Hand über die Beziehung architektonischer Qualität und wirtschaftlichem Nutzen.
An der 5. Tagung der Stiftung Baukultur, dieses Jahr zum Thema «Baukultur und Rendite», diskutierten Expertinnen und Fachleute aus Forschung, Planung, Immobilienwirtschaft und öffentlicher Hand über die Beziehung zwischen architektonischer Qualität und wirtschaftlichem Nutzen. Passenderweise fand die Veranstaltiung im Square statt, dem neuen Zentrum für neue Wege der Wissensvermittlung an der Universität St.Gallen (HSG).
In seiner Begrüssung betonte Enrico Slongo, Stiftungsratspräsident und designierter Direktor des Amts für Hochbauten Zürich, dass Baukultur und Rendite keinen Widerspruch darstellten. Erol Doguoglu, Beirat und St. Gallens Kantonsbaumeister, ergänzte, dass Baukultur im Kern eine Frage der Haltung und ein Produkt gelebter Wettbewerbskultur sei – nicht primär eine Kostenfrage.
HSG-Gastgeber und Mitveranstalter Roland Füss, Professor für Real Estate Finance, führte trotzdem die ökonomische Perspektive ein und erklärte, weshalb Baukultur oft am Markt scheitere: Sie sei schwer messbar, entfalte ihren Wert erst langfristig und unterliege typischen Trittbrettfahrereffekten, also dass einige profitierten ohne selber etwas dazu zu tragen. Was das für Trittbrettfahrereffekte seien, machte der nächste Vortrag sichtbar.
Für viele Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus der Baubranche war der nüchterne wirtschaftswissenschaftlichen Zugang von Gabriel Ahlfeldt, Professor am Lehrstuhl für Ökonometrie an der Humbolt Universität Berlin, so schockierend wie augenöffnend. Ahlfeldt, baute seine Argumentation auf der Unterscheidung zwischen Gebrauchsarchitektur und Architektur mit Anspruch («distinctive architectural design») auf. Letztere koste rund 20–30 Prozent mehr, erzeugt jedoch sowohl interne als auch externe Mehrwerte. Rund 15 Prozent interne Mehrwerte könne man etwa durch höhere Miete generieren, rund 10 Prozent würde an Nachbarinnen un...
Suffizienz wird nicht belohnt
An der 5. Tagung der Stiftung Baukultur diskutierten Fachleute aus Forschung, Planung, Immobilienwirtschaft und öffentlicher Hand über die Beziehung architektonischer Qualität und wirtschaftlichem Nutzen.
19.11.2025 15:41