Pädagogik plant mit

Weg vom geplanten Klassenzimmer, hin zu einer offenen Lernlandschaft. Wie sich die Primarschule Bubenholz in Opfikon nach abgeschlossenem Studienauftrag neu erfunden hat.

Fotos: Roland Bernath

Weg vom geplanten Klassenzimmer, hin zu einer offenen Lernlandschaft. Wie sich die Primarschule Bubenholz in Opfikon nach abgeschlossenem Studienauftrag neu erfunden hat.

Wer auf dem Pausenplatz steht, ahnt nicht, dass sich darunter die Autobahn zum Zürcher Flughafen befindet. Kinderrufe haben den Motorenlärm abgelöst. Nur wenn ein Flugzeug über die Primarschule Bubenholz donnert, steht der Alltag kurz still. Im Inneren der Schule herrscht ruhige Lernatmosphäre. Klassische Klassenzimmer gibt es hier keine. Die Kinder arbeiten in Gruppen oder allein. Sie wechseln selbstständig zwischen offenen Lern- und Spielflächen, Rückzugorten und kleineren Themenzimmern. ###Media_2### ###Media_1### Das Architekturbüro Adrian Streich hatte nicht mit einer solchen räumlichen Offenheit gerechnet, als es 2020 den Studienauftrag gewann. Gemäss Raumprogramm war ein herkömmlicher Schulbau mit zwölf Klassenzimmern, Gruppenräumen, einer Tagesstruktur und einer Einfachturnhalle gefordert. Räumliche Flexibilität fand zwar Erwähnung, das Thema der offenen Lernlandschaft rückte erst später in den Fokus. Auch war in der Auslobung eine Etappierung des Schulgebäudes in zwei Phasen angedacht. Vorgesehen war, die Hälfte der Klassenzimmer bereits ein Jahr früher in Betrieb zu nehmen. Es kam anders als geplant Zudem ging die Bauherrschaft von einer eher kurzfristigen Lösung aus: die gesamte Schulanlage war als ein Provisorium mit einer Nutzungsdauer zwischen 40 und 50 Jahren ausgeschrieben. Die Etappierung und die begrenzte Nutzungsdauer spielten, genauso wie die zwölf Klassenzimmer, bald keine Rolle mehr. All diese Themen hatten aber in der Bearbeitung des Studienauftrags den Entwurf der Architekt*innen massgeblich beeinflusst. Aus dieser Diskrepanz zwischen Bestellung und Realisierung stellen sich zwei Fragen, die über den konkreten Fall hinausweisen: Kann ein Architekturbüro ein Schulhaus so flexibel entwerfen, dass es auf tiefgreifende Änderungswünsche reagieren kann, ohne an architektonischer Qualität einzubüssen. Und wie baut man heute Schulen für p...

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