Ludmila Seifert, die Geschäftsführerin des Bündner Heimatschutzes, hielt vor einem Grossgemälde von Martin Disler eine programmatische Rede über Denkmalschutz und zeitgenössisches Bauen. Fotos: Köbi Gantenbein

«Konservieren? Umbauen? Abbrechen?»

Der Bündner Heimatschutz feierte in Davos den Schlussakkord der Kampagne «52besteBauten. Baukultur Graubünden 1950–2000». Ludmila Seifert. die Geschäftsführerin, hielt eine programmatische Festrede.

Der heutige Anlass «Konservieren? Umbauen? Abbrechen?». hätte bereits vor einem Jahr stattfinden sollen. Er war geplant als krönender Abschluss unserer Kampagne «52 beste Bauten» und Vernissage des gleichnamigen Buches. Letzteres wurde, auch ohne diesen «Schlussakkord», ein Bestseller. Die erste Auflage von 800 Exemplaren war nach zwei Monaten bereits vergriffen. Die Publikation ist mittlerweile in einer zweiten Auflage wieder verfügbar. Unsere viel beachtete Kampagne «52 beste Bauten» war Graubündens baukulturellem Erbe aus der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts gewidmet. Für die Dauer eines Jahres haben wir Woche für Woche auf einer eigens dafür eingerichteten Website (und etwas verzögert auch in den regionalen Printmedien) ein ausserordentliches Bauwerk aus der Zeit zwischen 1950 und 2000 in Wort und Bild vorgestellt. Mit diesem digitalen Kalender kantonaler Baukultur wollten wir einer breiten Öffentlichkeit die architektonischen Qualitäten der jüngeren und jüngsten Vergangenheit vermitteln, um sie – sozusagen präventiv – für den Wert dieses gebauten Erbes zu sensibilisieren. Denn: Bauten aus jener Zeit sind in aller Regel zu jung, um Wertschätzung als schützenwerte Baudenkmäler zu erfahren, aber auch zu alt, um mit den Ansprüchen der sich wandelnden Zeit mitzuhalten. Dass ausgerechnet der Bündner Heimatschutz sich so sehr für ausgerechnet diese Zeitspanne engagiert, mag erstaunen – und sogar etwas schizophren erscheinen. Ausgerechnet der Heimatschutz, der sonst nicht müde wird, die Zerstörung der historischen Ortsbilder und die Zersiedelung der Landschaft zu beklagen, macht sich stark für eine Epoche, die wie keine andere zu diesen beklagten Verheerungen beigetragen hat. Seit dem Zweiten Weltkrieg wurde auch in Graubünden so viel gebaut wie nie zuvor. Das allein wäre für sich genommen vielleicht noch gar nicht so schlimm. Doch scheint uns i...
«Konservieren? Umbauen? Abbrechen?»

Der Bündner Heimatschutz feierte in Davos den Schlussakkord der Kampagne «52besteBauten. Baukultur Graubünden 1950–2000». Ludmila Seifert. die Geschäftsführerin, hielt eine programmatische Festrede.

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