Im Grenzland zwischen Architektur und Kunst

Die Monografie über Christoph Haerle würdigt einen Künstler und ein Werk zwischen den Disziplinen. Eine zentrale Rolle spielt dabei der öffentliche Raum – und der Freiraum, der sich darin auftut.

Fotos: Christoph Haerle

Die Monografie über Christoph Haerle würdigt einen Künstler und ein Werk zwischen den Disziplinen. Eine zentrale Rolle spielt dabei der öffentliche Raum – und der Freiraum, der sich darin auftut.

‹Christoph Haerle› lautet der schlichte Buchtitel. Doch was simpel daherkommt, hat Gewicht. Die erste Monografie über Christoph Haerle gibt einen umfassenden Einblick in das faszinierende Werk des 1958 geborenen Zürcher Künstlers. Dass dieses Werk aus Beton, Stahl, Plexiglas oder Holz besteht und keine Angst vor Grösse kennt, kommt nicht von ungefähr: Haerle ist ausgebildeter Architekt und war neben seiner künstlerischen Arbeit 40 Jahre lang zusammen mit seiner Frau Sabina Hubacher in diesem Metier tätig. Und so spielen Masse, Volumen, Gewicht und Materie auch in Haerles Kunst eine zentrale Rolle. ###Media_2### ###Media_3### Viele von Christoph Haerles Werken mögen rein materiell betrachtet einiges wiegen, doch das sieht man ihnen nicht an. Vielmehr wirken sie leicht und zugleich fragil, als würden sie sich in einer prekären Balance befinden, die jederzeit kippen könnte. Dieses Spannungsfeld zwischen Leichtigkeit und Schwere ist ein wesentliches Merkmal in Haerles Schaffen. Zum einen lässt es sich aus der materiellen Beschaffenheit seiner Kunstwerke herleiten, zum anderen ist es in seiner künstlerischen Herangehensweise begründet – darin, konträre Kräfte auszuloten. Architektur und Kunst sind bei Haerle aber nicht zufällige Artverwandte. Scharfsinnig reflektiert er die Beziehung zwischen diesen Disziplinen; gekonnt bewegt er sich zwischen unterschiedlichen Fachgebieten – was die Auseinandersetzung mit seiner Arbeit umso spannender macht. Im Gespräch mit Christoph Haerle wird schnell einmal deutlich, dass er in beiden Feldern mitsamt ihren Grenzgebieten, zu denen auch seine Platzgestaltungen gehören, zu Hause ist. Architektur, Zwischenraum und öffentlichen Raum verknüpft er eloquent mit der Rolle der Kunst darin. Wesentlich für seine Haltung: Der Künstler und Architekt lässt Leere zu. Wenn Kunst sich dazu verpflichte, Leere als Ressource erfahrbar zu mac...

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