Eines der zehn ausgezeichneten Projekte: Instandsetzung, Umbau und Erweiterung von Kongresshaus und Tonhalle. Fotos: Georg Aerni

Gute Bauten der Stadt Zürich

Die Stadt Zürich hat zehn Auszeichnungen, sechs Anerkennungen und den Publikumspreis vergeben. Zur Wahl standen Projekte, die zwischen 2021 und 2024 auf Stadtgebiet erstellt wurden.

Gestern Abend zeichneten die Zürcher Stadtpräsidentin Corine Mauch sowie Stadtrat André Odermatt, Vorsteher Hochbaudepartement, und Stadträtin Simone Brander, Vorsteherin Tiefbau- und Entsorgungsdepartement, die zehn besten Hochbau- und Freiraumprojekte aus, die von 2021 bis 2024 auf Stadtgebiet erstellt wurden. Eine interdisziplinäre Fachjury hat unter dem Vorsitz von Stadtrat André Odermatt die ausgezeichneten Bauten aus rund 100 eingereichten Projekten ausgewählt. Beurteilt wurden neben architektonische Aspekten oder der Einordnung des Objekts in den städtebaulichen Kontext auch die Förderung von Aufenthaltsqualität und Grünflächen oder die Schaffung von wirtschaftlichem Mehrwert, heisst es in der Medienmitteilung der Stadt Zürich. Dieses Jahr habe die Jury auch auf sozialräumlichen Aspekte und den verantwortungsvollen Umgang mit Ressourcen geachtet. 

Mit der Preisvergabe will die Stadt Architektur und Freiraumgestaltung stärken, die zu einer lebenswerten und vielfältigen Stadt beitragen, und die öffentliche Diskussion über Baukultur fördern. «All diese Projekte verbindet, dass sie Verantwortung übernehmen – für Menschen, für Natur, für die Identität der Quartiere. Sie prägen, wie wir Zürich erleben und schaffen Erinnerungen», wird André Odermatt, Vorsteher des Hochbaudepartement, zitiert. Den Publikumspreis gewann der Neubau des Universitäts-Kinderspital Zürich mit knapp 300 Stimmen im Online-Voting. Vom 3. Oktober bis 9. November 2025 sind die ausgezeichneten Objekte im ZAZ Bellerive Zentrum Architektur Zürich ausgestellt. In diesem Rahmen findet am Mittwoch, 5. November 2025, um 18 Uhr, ein Podium zum Thema «Weiterbauen: Strategien für den Bestand» statt.


Alle ausgezeichnete Bauten 

Büro- und Gewerbehaus Binzstrasse
Bauherrschaft: Swiss Life Asset Management AG
Architektur: EM2N Architekten AG
Landschaftsarchitektur: Balliana Schubert Landschaftsarchitekten AG

Gesamtinstandsetzung Wohnsiedlung «Im Birkenhof»
Bauherrschaft: Stadt Zürich
Architektur: Romero Schaefle Partner Architekten AG
Landschaftsarchitektur: Westpol Landschaftsarchitektur GmbH

Gesamtsanierung Hauptbahnhof Zürich Südtrakt
Bauherrschaft: SBB AG, Immobilien Development
Architektur: Aebi & Vincent Architekten SIA AG

Gesamtsanierung Gebäude Q, Werkstadt Areal
Bauherrschaft: SBB Immoblien AG
Architektur: baubüro in situ ag
Nutzungstransformation: denkstatt sàrl

Haus im Garten
Bauherrschaft: Irma Peter
Architektur: Loeliger Strub Architektur
Landschaftsarchitektur: Permatur

Hochhausensemble WolkenWerk und Messeturm, Weiterführung Innerer Garten
Bauherrschaft: Leutschenbach AG, Nyffenegger Immobilien AG
Architektur: Staufer & Hasler Architekten AG, von Ballmoos Partner Architekten AG
Landschaftsarchitektur: Mavo GmbH

Kongresshaus und Tonhalle Zürich - Instandsetzung, Umbau und Erweiterung
Bauherrschaft: Kongresshaus-Stiftung Zürich
Architektur: ARGE Boesch Diener (Elisabeth & Martin Boesch Architekten / Diener & Diener Architekten)
Landschaftsarchitektur: Vogt Landschaftsarchitekten AG

Neubau Universitäts-Kinderspital Zürich
Bauherrschaft: Kinderspital Zürich – Eleonorenstiftung
Architektur: Herzog & de Meuron
Landschaftsarchitektur: August + Margrith Künzel Landschaftsarchitekten AG

Provisorische Sportbauten
Bauherrschaft: Kanton Zürich, Baudirektion Hochbauamt
Architektur: pool Architekten
Landschaftsarchitektur: Balliana Schubert Landschaftsarchitekten AG

Schulanlage Allmend
Bauherrschaft: Stadt Zürich
Architektur: Studio Burkhardt – Studio für Architektur ETH SIA
Landschaftsarchitektur: Ganz Landschaftsarchitekten

 

 

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Kommentare

Andreas Konrad 08.10.2025 22:14
Die Auszeichnung für die liebevolle Sanierung «Birkenhof» ist ein Hoffnungsschimmer in einer Stadt, in der scheinbar wahllos und willkürlich wertvolle Bausubstanz vernichtet wird. Sie soll Vorbild für die sanfte Erneuerung weiterer Siedlungen und Bauten aus jener Zeit sein. Die Auszeichnung für das Kongresshaus ist ein typischer Technokratenentscheid: Das biedere Geschachtel von HMS kann bis heute nicht über den völlig unnötigen Abriss des alten, wunderschönen Trocadéro der Tonhalle hinwegtrösten, diesem herrlichen, dem prominenten Ort angemessenen Bau. in der Perlenkette der Schlösser am Quai wirkt das Kongresshaus (korr.) wie ein provisorischer Zubau einer Autogarage. Auch innen sind die Anschlüsse wirr, der Bruch von der prächtigen Tonhalle zum biederen Mief zu gross. Doch was in Zürich viel kostet, umstritten ist und den Regierenden, egal welcher Couleur, zu Ruhm und Schmuck verhilft, dessen Preisli ist schon vorgestanzt. Ein schaler Nachgeschmack bleibt.
Andreas Konrad 08.10.2025 22:13
Die Auszeichnung für die liebevolle Sanierung «Birkenhof» ist ein Hoffnungsschimmer in einer Stadt, in der scheinbar wahllos und willkürlich wertvolle Bausubstanz vernichtet wird. Sie soll Vorbild für die sanfte Erneuerung weiterer Siedlungen und Bauten aus jener Zeit sein. Die Auszeichnung für das Kongresshaus ist ein typischer Technokratenentscheid: Das biedere Geschachtel von HMS kann bis heute nicht über den völlig unnötigen Abriss des alten, wunderschönen Trocadéro der Tonhalle hinwegtrösten, diesem herrlichen, dem prominenten Ort angemessenen Bau. in der Perlenkette der Schlösser am Quai wirkt die Tonhalle wie ein provisorischer Zubau einer Autogarage. Auch innen sind die Anschlüsse wirr, der Bruch von der prächtigen Tonhalle zum biederen Mief zu gross. Doch was in Zürich viel kostet, umstritten ist und den Regierenden, egal welcher Couleur, zu Ruhm und Schmuck verhilft, dessen Preisli ist schon vorgestanzt. Ein schaler Nachgeschmack bleibt.
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